BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Kohl- und Blaumeise

Blaumeise (oben), Kohlmeise (unten) Fotos: Karsten Lange

Blau- (Parus caeruleus) und Kohlmeisen (Parus major) gehören zu den häufigsten Brutvögeln. Sie bleiben als Standvögel das ganze Jahr in der Stadt. Beide Meisenarten ernähren sich vor allem von Insekten und Sämereien und sind in Parks, begrünten Wohnvierteln und Höfen und an Straßenbäumen häufig anzutreffen. Auch in Gärten werden sie als Insektenvertilger sehr geschätzt. Es werden darum häufig Nistkästen aufgehängt, um Meisen anzusiedeln.

Beide Arten sind ausgesprochene Höhlenbrüter. Die meisten Bruten finden in Baumhöhlen statt, aber auch geeignete Löcher an Gebäuden in Hauswänden, Mauerritzen, Jalousiekästen, aber auch Briefkästen und Rohre u. ä. werden genutzt.

Meisen verfüttern an ihre Jungen Insekten und Spinnen. Sie bringen jeweils nur ein Beutetier zum Nest, so dass sehr häufige Anflüge in schneller Abfolge zu beobachten sind.

Die Meisen bleiben das ganze Jahr in Deutschland. Oft nutzen sie auch ihre Niststätte im Winter als Schlafplatz. Sie bilden Reviere, die sie heftig, auch gegen andere Arten, verteidigen. Es muss daher zwischen den einzelnen Niststätten ein größerer Abstand gegeben sein. Da Meisen aber ihre Niststätte gelegentlich wechseln, sind innerhalb eines Reviers auch mehrere Niststätten wichtig.

Kohlmeise (Parus major)

Die Kohlmeise ist leicht an ihrem schwarzen Kopf mit weißer Wange, grünlichem Rücken und blaugrauen Flügeln zu erkennen. Der Bauch ist gelb mit einem schwarzen Mittelstrich. Sie ist deutlich größer als die Blaumeise.

Die Brutzeit beginnt schon im April und dauert bis in den August. Dabei können Meisen bis zu drei Bruten aufziehen. Kohlmeisen legen 8 bis 12 Eier. Die Brut dauert bei Kohlmeisen 12 bis 14 Tage. Nach 15 bis 23 Tagen fliegen die jungen Kohlmeisen aus, werden aber noch längere Zeit betreut. Junge Kohlmeisen werden vor allem mit Raupen gefüttert, erwachsene Meisen fressen auch Sämereien, Früchte und Obst.

Blaumeise (Parus caeruleus)

Die lebhaftere Blaumeise besitzt eine blaue Stirn und Scheitel mit einem feinen Augenstrich. Auch Flügel und Schwanz sind blau, der Bauch ist zartgelb gefärbt. Sie ist deutlich kleiner als die Kohlmeise und kann dadurch auch andere Nahrungsquellen nutzen.

Die Brutzeit dauert von April bis Anfang August, wobei es zu zwei Bruten im Jahr kommen kann. Blaumeisen legen bis zu 14 Eier, die sie 13 bis 15 Tage bebrüten. Nach 16 bis 18 Tagen fliegen die Blaumeisen aus und bleiben als Ästlinge noch lange von den Eltern abhängig.

Als Ersatz-Niststätten nehmen Blaumeisen Nistkästen an Bäumen und am Gebäude an. Das Einschlupfloch muss für Kohlmeisen mindestens 32 mm, bei Blaumeisen 27 mm groß sein. Blaumeisen nutzen zwar auch gern Nistkästen mit größerer Einschlupföffnung, jedoch besteht dann die Gefahr, dass sie von den größeren Arten, Kohlmeise und Haus- und Feldsperling vertrieben werden.

Meisen in der Stadt

Mitten in der Stadt fühlen sich Meisen zu Hause, wenn sie ein passendes Haus zum Brüten bekommen. Da Meisen sehr früh mit der ersten Brut anfangen, ist es wichtig, dass der Kasten wetterfest, warm und zugluftsicher ist. Mehr zum Selbstbau eines Meisenkasten unter Naturgarten.

Junge Blaumeisen werden gefüttert

Blaumeisenfütterung; Foto Rose-Marie Schulz
Blaumeisenfütterung; Fotos Rose-Marie Schulz
Quelle: http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/voegel/kohl_und_blaumeise/