BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Universum Kleingarten

Das Pilot-Projekt ist eine Kooperation zwischen dem BUND Region Hannover und dem Kleingartenverein Vereinigte Steintormasch e.V. Es stellt die Ökologisierung der Kleingärten und die Rückbesinnung auf ihre ursprüngliche Idee mit einer Drittelung der Fläche für den Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf, für Erholung und als Ziergarten in den Mittelpunkt. Die Erfahrungen der Pilotphase sollen die Grundlage für ein mehrjähriges Nachfolgeprojekt „Universum Kleingarten 2.0“ schaffen.
Das Projekt wird von der Niedersächsischen BINGO Umweltstiftung gefördert.

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Der BUND sucht Kleingartenvereine in Hannover, die Interesse haben, an einem Nachfolgeprojekt teilzunehmen. Bitte melden unter universum@nds.bund.net

Foto: luminar
Fotos: BUND

Das Projekt präsentiert sich vom 15. September bis 15. Oktober bei der Aktion Urban Gardening vor dem Hauptbahnhof Hannover. Besuchen Sie unsere Veranstaltungen hierzu! Hier die Termine hochladen

Wir danken der Agentur luminar für die Unterstützung unseres Auftritts.

Schwerpunkte 2017
Reaktivierung des Gemüseanbaus unter Berücksichtigung der Sortenvielfalt und der Verwertung von Obst, insbesondere Äpfeln. Förderung des organischen Kreislaufs im Kleingarten durch stetiges Mulchen und gezielte Kompostierung. Anwendung von Verfahren der Biologischen Pflanzenstärkung und Schädlingsabwehr statt Chemieeinsatz im Kleingarten. Schulung von Fachberaterinnen und Fachberatern sowie interessierten Vorstands- und Vereinsmitgliedern. Vernetzung von Kleingärtner|nnen sowie Motivierung, vorhandenes und erworbenes Wissen im Verein weiterzugeben.

Was ist bisher geschehen?
Es wurden 34 Gärtner|nnen aus allen fünf Kolonnien des Vereins gewonnen, auch Anfänger|nnen, die in ihren Gärten die Ziele des Projekts beispielhaft umsetzen. Theoretisches Rüstzeug erhielten sie von März bis Mai bei Vorträgen zu den Themen Jahresanbauplan, Grundlagen Gemüseanbau, Folge- und Mischkultur, Boden und Bodenbearbeitung, Gründüngung, Mulchen, Pflanzenkohle-Kompost mit der Terra-Preta-Methode sowie
biologische Pflanzenstärkung und Schädlingsabwehr im Nutzgarten.
Im März hat das BUND-Team Saatgut von Gemüsepflanzen sowie schnell wachsenden Gründünger wie Phacelia, Buchweizen, Inkarnatklee, Perserklee und Lein ausgegeben, der den Boden verbessert und als Vor- oder Nachkultur gut geeignet ist. Im April besuchte das BUND-Team jeden Teilnehmer-Garten zur Bestandsaufnahme und Beratung zu geeigneten Anbaumethoden. Als Voraussetzung für gesundes Gemüsewachstum wurde gemessen, ob der Boden einen ausgeglichenen pH-Wert hat, also nicht zu sauer ist. Das Ergebnis hat viele überrascht: die meisten Messungen ergaben zu niedrige pH-Werte, nicht zuletzt weil hier früher zahlreiche Nadelbäume und Koniferen wuchsen, die den Boden versauern. Mit Kalk- und Kompostgaben wurde Abhilfe geschaffen. Viele Gärtner|nnen entschieden sich, für den Gemüseanbau rückenfreundliche Hochbeete zu bauen.
Hier geht’s zur Fotostrecke der HAZ.

Zwischen April und Juni erhielten die Gärtner|nnen mehrfach Gemüse- und Blühpflanzen mit essbaren Blüten, die von der Gemeinschaftsgärtnerei Acker Pella e.V. vorgezogen wurden sowie alte Tomatensorten, die der BUND gemeinsam mit der Gärtnerei Nötel in Jeinsen seit vielen Jahren erhält. Im Anschluss fanden Workshops wie Herstellung von Pflanzenkohle-Kompost-Ansatz, Hochbeetbau, Gemüsebeet- bzw. Tomatenpflege und Vorstellung geeigneter Gartengeräte statt. Alle waren begeistert bei der Sache!

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Im Juni beteiligte sich das BUND-Team an der 70-Jahrfeier Steintormasch mit einem Workshop zum Thema Bodenleben für Kinder und Erwachsene sowie einer Schnippelparty, bei der Projektgärtner|nnen Salate mit selbstgerntetem Salat, Gemüse, Blüten und Kräutern zubereiteten.
Im Juli und August besuchte das BUND-Team die Projektgärten erneut und erlebte eine beeindruckende Vielfalt an Anbaumethoden: von der Vierbeet-Methode, über Reihen-Mischkultur, Squarefoot-Beet, Milpa-Indianerbeet bis hin zu phantasievollen eigenen Lösungen. Insbesondere die Anfänger unter den Gärtner|nnen berichteten begeistert von ihren Ernteerfolgen, die sie so gar nicht erwartet hatten.
Hier geht’s zum Artikel der Neuen Presse.

Wie geht es weiter?
Die 34 Projektgärtner/innen werden noch das ganze weitere Jahr bis hin zur Ernte bzw. der Aussaat von Zwischenfrüchten oder Folgekulturen nach der Ernte durch den BUND begleitet. Im Gegenzug werden sie innerhalb ihrer Kolonie anderen Interessierten ihr Wissen weitervermitteln und ihre Gärten als „best practice“-Beispiele zeigen. Sie kooperieren auch bei der Dokumentation, z.B. mit Fotos ihrer Tätigkeiten und Interviews, und der Auswertung des Projekts.

Schwerpunkthema Äpfel
Als Ergänzung zum Gemüseanbau hat der Verein Steintormasch mit teilweiser Förderung durch Projektmittel eine Apfelpresse zur Verwertung von Äpfeln in den Kolonien erworben. Dazu wird es im September mehrere Termine geben. Der Apfelsaft kann im Anschluss von den Anlieferern gleich mitgenommen werden.

Weitere Veranstaltungen innerhalb des Projekts

Öffentliche Veranstaltungen
mit Vorträgen, Filmen und Workshops werden vom Verein Steintormasch über Aushang an den Informationstafeln der Kolonien und Vereinseinrichtungen bekannt gegeben und stehen auch auf der Vereins-Website: www.steintormasch.de. Eine Liste der Veranstaltungen gibt es hier auch zum Herunterladen.

Schauen Sie wieder vorbei, wir werden weiterhin über den Fortgang des Projekts berichten!

BUND-Projektteam:
Andrea Preißler-Abou El Fadil, Jan Heeren, Sibylle Maurer-Wohlatz

Quelle: http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/universum_kleingarten/