April 2013 - Grundkurs Biologie der Schmetterlinge

Einen Grundkurs der besonderen Art, der sich an interessierte Laien, an SchülerInnen, Lehrer und alle Schmetterlingsfreunde richtet, bietet der BUND am Samstag, den 13. April und Samstag, den 20. April jeweils von 10 bis 12:30 Uhr an. Prof. Dr. Harm Glashoff wird den Kurs durchführen und Interessantes und auch Spannendes rund um Schmetterlinge vermitteln. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich: bund.hannover@bund.net

Wer bislang am Thema noch nicht interessiert ist, sollte dies noch lesen:
Wussten Sie, dass es Schmetterlinge gibt, die

  • gläserne Flügel haben und andere gar keine?
  • wie Kolibris im Flug Nektar saugen und andere, die nie an Blüten gehen?
  • Alkohol und Tabaksud mögen und andere, die überhaupt keine Verdauungsorgane besitzen und als Falter nur noch für die Liebe leben?
  • ihr enges Revier aggressiv verteidigen und andere, die in 3.000 m Höhe über weit mehr als 1.000 km fliegen, um Neuland zu entdecken?
  • keine Winterruhe kennen, während die meisten als Raupe überwintern?
  • sich akustisch verständigen, während andere in 2 km Entfernung noch ihre Partner riechen und orten?
  • sich als Vogelkot tarnen und andere, die besonders auffällig aussehen, um Feinde zu erschrecken?

Sommerflieder berauscht Schmetterlinge

8.4.2013 Der BUND empfiehlt alternativ heimische Gehölze zu pflanzen und im Garten eine Ecke mit wilden Blühpflanzen und Brennnessel zu dulden

Endlich ist Frühling, endlich ist Pflanzzeit. Und nach einem langen, kalten Winter gibt es Lücken in den Gärten. Die Buddleja, auch bekannt als Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch, gehört zu den frostempfindlichen Gehölzen, die oftmals den Winter nicht überstehen. Sollte nun wieder ein Sommerflieder nachgepflanzt werden?

Die verschiedenen Arten des Schmetterlingsstrauchs stammen ursprünglich aus China und Südafrika. Sie werden gern in Gärten kultiviert, kommen trotz ihrer Frostempfindlichkeit aber inzwischen schon in wärmeren Regionen verwildert vor. Die häufigste Art ist die chinesische Buddleja davidii, die erstmals 1890 eingeführt worden ist, und von der es inzwischen über 100 verschiedene Zuchtformen gibt.
Der Name "Schmetterlingsstrauch" rührt daher, dass neben Bienen und Hummeln besonders einige Edelfalter  wie das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Distelfalter und Admiral und ebenso Weißlinge (Kl. und Gr. Kohlweißling und Grünader- oder Raps- Weißling) wie wild auf den Nektar seiner Blüten sind. Daher ist es verständlich, dass viele Gartenfreunde glauben, etwas Gutes zu tun, wenn sie diesen Exoten pflanzen. Was viele nicht wissen: Der Strauch ist schwach giftig und enthält in allen Pflanzenteilen verschiedene Glycoside, die wohl auch im Nektar enthalten sind. So werden die Falter geradezu magisch angezogen und besuchen ihre gewohnten, bei uns heimischen blühenden Gehölze und Blütenpflanzen nicht mehr.

BUND Schmetterlingsexperte Prof. Dr. Harm Glashoff erläutert: „Das erklärt auch, dass die Schmetterlinge geradezu süchtig sind und mit kurzen Unterbrechungen tagelang immer wieder zum gleichen Strauch zurückkehren, um weiter zu saugen. In den Pausen zeigen sie aber auch ein bedenklich anormales Verhalten: Sie verlieren alle Scheu und werden damit leichte Beute für Vögel. Dem Betrachter wird dieser Zusammenhang oft nicht klar und er ist dankbar für das schöne Fotomotiv. Die Falter fliegen dann teilweise taumelig und haben starken Durst auf Wasser aus dem Gartensprenger. Außerdem setzen sie sich in den Trinkpausen gern offen auf Gartenmauern, Betonplatten-Wege und Hauswände. Obwohl sie normalerweise zwei Stunden vor Sonnenuntergang ihre Schlaf-Verstecke aufsuchen, bleiben sie oft bis in die Dämmerung hinein am Strauch und trinken weiter.“
Wie ist es dann zum Ende der Blütenzeit im September nach der tagelangen Berauschung um die Orientierungs- und Leistungsfähigkeit dieser Hochleistungs-Schmetterlinge für den bis über 1.000 km langen Flug nach Süden bestellt? Welche Auswirkungen dies langfristig auf die Wanderfalter wie Distelfalter und Admiral haben, ist  noch nicht bekannt.
Eins jedenfalls steht nach Ansicht des BUND Schmetterlingsexperten Glashoff, der jahrelang die Tiere in ihrem Verhalten beobachtet hat, fest: Zur Arterhaltung trägt der Schmetterlingsstrauch als Futterquelle in keiner Weise bei, denn alle genannten Edelfalter brauchen für ihre Raupen ausschließlich die Große Brennnessel, auf der sie ihre Eier legen und Weißlinge wie der Zitronenfalter brauchen krautige Kreuzblütler.  

Wer mehr Natur in seinen Garten pflanzen möchte, gezielt heimische Gehölze zu pflanzen und vielfältige Blütenpflanzen, die für Schmetterlings und ihre Raupen besonders wertvoll sind. Eine Liste mit Schmetterlings-Blumen finden Sie auf dieser Seite.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den BUND Region Hannover bund.hannover@bund.net