Faszinierende Schmetterlinge

Foto Karsten Lange: Aurorafalter
Foto Karsten Lange: Aurorafalter

Schmetterlinge gehören unter den Insekten zu den Lieblingen des Menschen. Sie strahlen Leichtigkeit und Ruhe aus und begeistern durch ihre Fülle an Formen und Farben sowie ihre Harmlosigkeit.

Und schon immer betrachteten die Menschen Schmetterlinge als etwas Geheimnisvolles, Mystisches, Dämonisches, aber auch Göttliches. Die Iren nennen den Schmetterling "Gottesgeschöpf"; im fernöstlichen Bengalen wird er als "Herr der Geschöpfe" bezeichnet und "Glänzendes Insekt Gottes" bei den hinterindischen Kehmers. Auf Wandmalereien der Pharaonengräber wurden schon vor 3500 Jahren Schmetterlingsdarstellungen geschaffen und in der christlichen Kunst wurde der Schmetterling zum Sinnbild der Auferstehung.

Im Mittelalter hingegen sah man in Schmetterlingen interessanterweise Hexen, die in der Schmetterlingsgestalt in die Keller und Speisekammern eindrangen, um dort von den Milchvorräten zu naschen. Spannend ist auch, dass die Schmetterlinge mit Rund 200.000 Arten auf der Erde die zweitgrößte Insektenordnung nach den Käfern darstellen. Hier bei uns in Mitteleuropa kommen nur etwa 4.000 Arten vor, von denen rund 5 Prozent zur Gruppe der Tagfalter gehören. Leider sind in den letzten Jahren die Bestände vieler Schmetterlingsarten stark zurückgegangen: Fast zwei Drittel der einheimischen Tagfalter sind bedroht, über 80 Prozent stehen auf der Liste gefährdeter Arten!

Schmetterlinge beobachten und schützen

Wo leben Schmetterlinge in Deutschland und wo werden keine mehr gesehen? Wie steht es um die Überlebenschancen der einzelnen Arten – auch in unseren Städten und Gärten? Wie wirkt sich das veränderte Klima auf die Arten aus und wie die Eingriffe des Menschen in die Landschaft? Ab wann fliegen Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Co.? Sind sie im Norden, Süden, Westen oder Osten des Landes zuerst zu sehen? Gehen Sie ab April auf die Suche nach Schmetterlingen in Ihrem Garten, im Park um die Ecke oder in der freien Natur.

Warum das Ganze? Viele der heimischen Schmetterlingsarten stehen auf der Roten Liste. Sie leiden unter dem Verlust ihrer Lebensräume, unter Umweltgiften, dem Klimawandel und unter den naturfeindlichen Monokulturen in Land- und Forstwirtschaft. Doch jeder kann etwas für die Schmetterlinge tun!

Hilfreich für Ihre Beobachtung und Zählung heimischer Schmetterlinge ist der Zählbogen der Aktion "Abenteuer Faltertage", den Sie hier herunterladen können. Seine Abbildungen helfen Ihnen bei der Bestimmung der unterschiedlichen Schmetterlinge. 

    Flyer "Schmetterlinge schützen und zählen" (inkl. Zählbogen)
    Zählbogen in DIN A4

Außerdem empfehlen wir Ihnen unsere Broschüre "Schmetterlinge schützen", mit vielen Hintergrundinformationen und Tipps.

Auf den folgenden Seiten finden Sie neben Informationen zur Lebensweise und Bedrohung der Schmetterlinge auch Beobachtungstipps, Steckbriefe der häufigsten Tag- und Nachtfalter sowie Anleitungen für schmetterlingsfreundliches Gärtnern.

Alle Aktionen zum Schutz heimischer Schmetterlinge sind ein praktischer Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt: Sie können damit direkt vor Ihrer Haustür oder im eigenen Garten beginnen!

 

 

Für Kinder

Nehmen sie auf Ihren nächsten Streifzug durch Ihren Garten, den Park oder Ihren Spaziergang am Wochenende auch Ihre Kinder oder Enkel mit auf die Entdeckungstour – damit alles noch einmal doppelt so viel Spaß macht und die Kinder ihre Sinne für die Natur schärfen können. Hier ein Ausmalbogen vom Distelfalter für Kinder. 

Machen Sie Ihren nächsten freien Tag zum Faltertag!

Foto Anne Giebing: Tagpfauenauge
Foto Anne Giebing: Tagpfauenauge

... Denn Ihre lokalen Schmetterlingsbeobachtungen sind wichtig!

Die Ergebnisse der Zählungen werden vom BUND zentral ausgewertet und tragen so zu einem breiteren Wissen über die tatsächliche Bedrohung der Schmetterlinge bei. Dies ist sehr wichtig, denn die empfindlichen Schmetterlinge reagieren als erste auf Umweltgifte und Lebensraumzerstörung. Sie leiden schneller als andere Tiergruppen unter dem Klimawandel und anderen schädlichen Einflüssen. Das zunehmende Verschwinden der „Juwelen der Lüfte" ist damit auch ein Warnsignal über die Situation in unserer Umwelt insgesamt. Die Erkenntnisse zeigen uns, wo wir unsere Umwelt dringend verbessern müssen.

Die beim Abenteuer Faltertage gewonnenen Daten werden von unserem Partner science4you.org ausgewertet und mit anderen wissenschaftlichen Untersuchungen verglichen. Die Ergebnisse präsentieren wir Ihnen am Jahresende auf der Internetseite des BUND Bundesverbandes unter www.bund.net

Sie müssen keine Expertin oder Experte sein!

..... um die sieben aufgeführten Arten zu erkennen! Wenn Sie Zweifel haben, helfen die Zeichnungen auf dem Bestimmungsblatt. Das Ausfüllen des Fragebogens [PDF] dauert nicht länger als fünf Minuten. Dabei lernen Sie die faszinierende Welt der Schmetterlinge kennen und leisten – ganz nebenbei – einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Natur. Spannend wird die Sache, wenn Sie zum „Wiederholungstäter" werden: Kopieren Sie den Fragebogen und schauen Sie sich die Stellen noch einmal an, wann immer Sie unterwegs sind. So können Sie feststellen, wie die Schmetterlingsgemeinschaft sich über das Jahr verändert.

Hier folgt ein Überblick über die acht Arten, die es zu bestimmen gibt:

Was tun im eigenen Umfeld für den Falterschutz?

Kleiner Fuchs
Kleiner Fuchs

Schaffen Sie naturnahe Bereiche mit wilden Ecken, in denen sich auch mal Brennesseln, die besonders wichtig für die Raupen des Kleinen Fuchs sind, Disteln oder Wildblumen entwickeln können und bringen sie statt Exoten regionalheimische Pflanzen in ihren Garten ein. Pflanzen aus dem Handel sollten der Wildform entsprechen, da Arten, die durch Züchtung stark verändert wurden, oft viel weniger Nektar und damit Nahrung für Schmetterlinge und andere nützliche Insekten bieten. Ein Stück Naturwiese, dass nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird, lässt Wildblumen blühen und lockt Schmetterlinge an. Unbedingt sollten Sie auf den Einsatz von Insektiziden verzichten, denn diese töten auch Schmetterlinge.

Blütenpflanzen, die wichtige Nahrungsbiotope für Raupen und Falter darstellen sind

Ampfer, Blaukissen, Blutweiderich, Brombeere, Dahlien, Dill, Distel, Diptam, Doldenblütler (wie Fenchel, Dill, Kümmel, Petersilie, Pastinake, Wilde Möhre), Edeldistel, Echtes Geißblatt, Fetthenne, Fenchel, Fuchsien, Flockenblume, Fetthenne, Geissblatt, Ginster, Goldrute, Goldlack, Habichtskraut, Himbeere, Heidekraut, Herbstastern, Himbeere, Hirtentäschel, Johanniskraut, Kapuzinerkresse, Karden, Karthäusernelke, Kreuzblütler (wie Ackersenf, Kohl, Kresse, Paps, Rüben, Radieschen, Rukola), Kuckuckslichtnelke, Knautie, Knoblauchsrauke, Küchenschelle, Kunigundenkraut, Krokus, Kugeldistel, Lauch (wie Schnittlauch, blühende Zwiebel, Knoblauch), Lavendel, Leberbalsam, Liguster, Luzerne, Natternkopf, Nachtkerze, Nelken (nicht gefüllt), Nickendes Leimkraut, Margarite, Mädesüß, Mädchenauge, Mohn, Malven, Platterbse, Pechnelke, Petunien, Phlox, Prachtscharte, Primel, Rot-Klee, Rote Nachtnelke, Sauerampfer, Salweide, Schafgarbe, Schmetterlingsblütler (wie Goldregen, Kleearten, Luzerne, Wicke, Zuckererbsen und andere Erbsenarten), Steinkraut, Silberblatt, Silberkerze, Steinkraut, Steinquendel, Strauchveronika, Sommerflieder, Spornblume, Skabiose, Seidelbast, Seifenkraut, Sonnenblume, Taglilie, Taubenkropf, Thymian, Tagetes, Teufelsabbiss, Wegwarte, Weissdorn, Weidenröschen, Weiße Nachtlichtnelke, Wiesenschaumkraut, Wiesensalbei, Wilder Dost, Wilde Möhre, Wilde Karde, Waldgeißblatt, Wicken, Wunderblume, Ziertabak, Zaunwinde.

Weitere Ursachen für die bedrohliche Situation der Falter

Admiral
Admiral

Weiter ist zu beachten, dass Schmetterlinge meist auf nährstoffarme und lichte, sonnige Landschaftsstrukturen angewiesen sind. Manche Arten legen ihre Eier nur dort ab, wo die Nahrungspflanze unter extrem warmen mikroklimatischen Bedingungen wächst. Doch infolge von Nähstoffanreichung, die auch aus der Luft durch Stickstoffeinträge geschieht, gibt es kaum noch solche Magerstandorte. Auch durch Verbrachung der einstigen Weidetriften, durch Verbuschung und Aufforstung, Überbauung und Abbaumaßnahmen werden die besiedelbaren Kalkmagerrasen immer weniger und die verbliebenen immer kleiner. Das uniforme, aus vielleicht 10 bis 20 Pflanzenarten bestehende Einheitsgrün unserer begüllten Wirtschaftswiesen ist dagegen für Schmetterlinge völlig uninteressant.

Große Gefahr droht daher Schmetterlingen und vielen anderen nützlichen Insekten durch den jetzt bundesweit verstärkten großflächigen Anbau von genmanipulierten BT-Mais. Dieser Genmais wurde mit einer synthetischen Version eines Gens des Bodenbakteriums, Bacillus thuringiensis (Bt) so verändert, dass er auf bestimmte Arten von Motten und Schmetterlingen, wie z.B. die Raupe des Maiszünslers toxisch wirkt. Dadurch nehmen aber auch Raupen anderer Schmetterlinge beim Aufsuchen von Futterpflanzen in der Nähe von Feldern mit genmanipulierten Wirtschaftspflanzen durch Pollenflug versehentlich giftige Substanzen auf und sterben oder vermehren sich nicht mehr natürlich. Nähere Informationen dazu unter anderem unter

www.greenpeace.de (extern)
www.bund.net (extern)
www.biosicherheit.de (extern)

Zusatzinfo und Material zum Herunterladen:

Gesamte Info mit Fotos, Artenbeschreibungen und Fragebogen als PDF: Abenteuer Schmetterling (1,1 MB)

Ein Dank für die wunderbaren Fotos geht an Karsten Lange & Anne Giebing! 

Artenbeschreibung nach:
BLV Naturführer "Schmetterlinge" Dr. W. Dierl sowie „Schmetterlinge im Garten und in der Landschaft" H. und M.Hintermeier, Hrsg.: Bayerische LV für Gartenbau und Landespflege

Textpassagen teilweise entnommen BUND Bundesverband,
Redaktion: BUND Region Hannover: Silke Gesemann & Sibylle Maurer-Wohlatz