Viele kennen die Aktion „ Bantam Mais“, die bundesweit unter der Federführung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gegen GVO-Mais durchgeführt wird. Das Saatgut von "Golden Bantam" wird im Forum getauscht und weitergegeben und ist bundesweit in Bioläden erhältlich. Die Anbauflächen werden als gentechnikfreie Flächen in das bundesweite Register der Aktion unter www.bantam-mais.de gemeldet. Doch warum, fragen sich der BUND Region Hannover und der VEN – angeregt durch den Maisexperten Martin Häfeli von Anhalonium - nutzen wir diese vorbildliche Aktion nicht, um weitere stark bedrohte Maisvarietäten zu vermehren und diese als Flächen für gentechnikfreien Maisanbau zu melden? So können zwei wichtige Ziele miteinander verbunden werden: Die Erhaltung alter, vom Aussterben bedrohter Mais-Varietäten mit der Aktion für gentechnikfreie Flächen.
Denn sowohl die alten, indigenen Varietäten aus der Neuen Welt und insbesondere aus Mexiko, dem Mannigfaltigkeitszentrum des Mais sowie die jahrhundertealten europäischen Maissorten sind extrem bedroht, weil sie nicht mehr angebaut werden! Sie werden vor allem durch Hybridsorten verdrängt sowie in Folge durch GVO-Mais, also gentechnisch veränderten Mais. Auch in Süd- und Südosteuropa gab es vielfältige Varietäten, die sowohl für die menschliche Ernährung als auch als Viehfutter genutzt wurden. In Deutschland wurde vor allem in Baden Mais vielfältig gezüchtet und genutzt. Deshalb rufen VEN und BUND dazu auf, diese Sorten, wo immer möglich zu erhalten und Saatgut an die Erhalterverbände wie den VEN sowie Anhalonium, dem engagierten Maiskeimklub zurückzusenden, damit diese Varietäten in Zukunft vielfältig wieder angebaut werden können.
Dafür werden ErhalterInnen dringend gesucht: Sowohl im eigenen Garten, als auch auf landwirtschaftlichen und Gartenbaubetrieben kann dieses Saatgut erhalten und vermehrt werden. Die Freunde an der Vielfalt ist eine große Belohnung, wie ich aus eigener Erfahrung weiß: die erstaunliche Vielfalt der Farben, des völlig unterschiedlichen Wachstums, die Überraschung, den Kolben einer neuer Varietät das erste Mal „auszupacken“. Die Schönheit und Vielfalt der Kolben und Kerne ist eine Augenweide. Zur Verwendung von Mais in Küche und als Futtermais ist mehr zu finden unter:
In der kommenden Saison 2011 wird von folgenden Varietäten Saatgut (in stark begrenzter Menge) für die Erhaltung und vor allem Vermehrung folgender Sorten angeboten, die dann in 2012 hoffentlich manchen Acker bedecken können und stetig Einzug in bäuerliche Betriebe halten. Einige Sorten sind hervorragend auch für den biologischen Landbau geeignet. Für den Erhaltungsanbau sollten mindestens 20 Pflanzen!! angebaut werden, möglichst jedoch mehr, um mehr genetische Variabilität zu bekommen. Wer mehr Fläche zur Verfügung hat, sollte mindestens 50 bis 100 Pflanzen einplanen.
Wichtig und nicht vergessen: Die Flächen sollten im Rahmen der gentechnikfreien Flächen gemeldet werden unter www.bantam-mais.de
Wer hat Zeit und Flächen, um sich der Vermehrung einiger ausgesuchter Maisvarietäten zu beteiligen? Interessenten melden sich bitte beim BUND-Region Hannover unter bund.hannover@bund.net und erhalten dann Saatgut.
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