Wegerückbau in der Eilenriede

Da die hannoverschen Stadtwälder einen hohen Stellenwert für die Naherholung und auch für Alltagswege mit dem Rad oder zu Fuß haben, ist das Wegenetz sehr dicht. Oft wurde beim Wegebau auch des Guten zu viel getan. Nach Angaben der Stadtverwaltung (Eilenriedebroschüre, Stand 2008) gibt es in der Eilenriede insgesamt 129 km Fuß-, Rad- und Reitwege. Im Schnitt kommen somit rund 200 laufende Meter Weg auf einen Hektar Wald, was ein ausgesprochen hoher Wert ist. Oft verlaufen Wege parallel und nah beieinander und die Übererschließung kann dann sogar aus Sicht der Erholungsnutzung störend sein. Aus Naturschutzsicht entstehen unter anderem Probleme mit der Verkehrssicherung der Wege. Die Förster sind verpflichtet, Bäume, die auf den Weg stürzen oder bei denen Teile der Krone auf den Weg herunterfallen könnten, zu entfernen oder zu kappen. Naturnaher Wald mit Alt- und Totholz kann sich in der Nähe der Wege kaum entwickeln. Der BUND hatte deshalb seit langem gefordert, die teilweise Übererschließung mit Wegen rückgängig zu machen.

1997 legte die Verwaltung ein Programm zum Rückbau überzähliger Wege in der Eilenriede vor, das von vier Bezirksräten, dem Eilenriedebeirat, dem Umweltausschuss, dem Bauausschuss und dem Verwaltungsausschuss ausgiebigst beraten wurde. Auch die Naturschutzverbände und der ADFC wurden angehört und trugen die Maßnahmen mit, die seinerzeit nach einem Jahr Diskussion vom Rat fast einstimmig beschlossen wurden.

Die wichtigste der Rückbaumaßnahmen war ein Radweg, der in Ost-West-Richtung in der südlichen Eilenriede verlief. Der Weg durchschnitt die aus Naturschutzsicht wertvollsten Teile des Waldes und war nicht notwendig, weil zwei parallel laufende Wege vorhanden waren. Wir hatten angeregt, im östlichen, feuchten Teil des Waldes feuchte Mulden, die beim Rückbau entstehen, nicht zuzuschütten und stellenweise auch zu vertiefen, damit für diesen Waldbereich früher typische Waldtümpel wieder entstehen. Obwohl dies dann auch verbindlich so beschlossen war, passierte 2001 das Gegenteil. Der Schotterunterbau des Weges wurde liegen gelassen und darüber schüttete die beauftragte Firma einen Wall aus Boden unbekannter Herkunft. Nach unseren Protesten musste der Boden untersucht werden und es stellte sich heraus, dass er stark schadstoffbelastet war, so dass er wieder aus dem Wald abtransportiert werden musste. Im zweiten Anlauf fand der Rückbau dann so statt, wie er von uns vorgeschlagen war.

Der westliche Teil des Weges wurde im Herbst 2006 zurückgebaut. Dies war gleichzeitig die letzte Maßnahme des Wegerückbauprogramms. Kurioserweise wachte jetzt, zehn Jahre nach langer öffentlicher Beratung und nach Umsetzung des Programms in verschiedensten Teilen der Eilenriede, die Hannoversche Allgemeine Zeitung auf und berichtete unter dem Titel „Stadt zerstört Wege in der Eilenriede“ von einem vermeintlichen Skandal. Kommentar der HAZ: „Absurd“.

Tatsächlich hat sich heute die scheinbare Zerstörung zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Auf der ehemaligen Wegetrasse haben sich spontan Gehölze ansiedelt. In den Mulden, die anstelle des Asphalts entstanden sind, wächst die seltene Wasserfeder und es tummeln sich Bergmolche und Grasfrösche. Der Wegerückbau war ein weiterer Schritt zu mehr Natur im Stadtwald.

Georg Wilhelm



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