13.08.2012 - BUND hat Klage gegen die Nds. Landesforsten eingereicht

Der BUND hat jetzt Klage vor dem Verwaltungsgericht Hannover gegen die Niedersächsischen Landesforsten eingereicht. Ziel ist, dass die Landesanstalt offen legt, welche Holznutzungen und Schutzmaßnahmen sie in Wäldern plant, die den hohen europäischen Schutzstatus eines Flora-Fauna-Habitat (FFH-) Gebietes haben. Der BUND will auch erreichen, dass Naturschutzverbände an diesen Planungen beteiligt werden und eine Stellungnahme abgeben können, bevor die Pläne beschlossen und umgesetzt werden. Die Forderung wird beispielhaft für zwei FFH-Gebiete im Großen und Kleinen Deister, also in der Region Hannover, gestellt.

Hintergrund der Klage ist, dass selbst in den streng geschützten Wäldern im Eigentum des Landes weitgehend gewinnorientierte Forstwirtschaft stattfindet. Bundesweit machen Waldbestände mit Bäumen, die ein Alter von über 160 Jahren erreicht haben, nur einen Anteil von etwa zwei Prozent aus. Trotzdem werden auch in den FFH-Gebieten viel zu wenig alte Bäume von den Holznutzungen ausgenommen. Nur neun Prozent aller Wälder in Deutschland sind altersgemischt. Buchenwälder im Deister und anderswo sind aber in den letzten Jahren fast überall durch großflächige Fällungen so aufgelichtet worden, dass hier eine neue Generation monotoner, gleichaltriger Bestände („Altersklassenwälder“) entsteht. Ein Problem ist auch das Zerpflügen wertvoller Waldbestände auf großen Flächen durch schwere Holzerntemaschinen. Dies führt oft zu massiven Beeinträchtigungen des Waldes auf 20 Prozent der Fläche und mehr. Letztlich strebt der BUND mit der Klage einen naturschutzgerechteren Umgang mit dem Landeswald an, vor allem auch in den FFH-Gebieten. Mehr dazu in der Pressemitteilung.

Landesforsten

Ein Sorgenkind des Naturschutzes, nicht nur in der Region Hannover, sind heute die landeseigenen Wälder. Von Seiten der Landesregierung wird ein erheblicher Druck auf die Niedersächsischen Landesforsten ausgeübt, gewinnorientiert zu wirtschaften. In der Folge dieser Vorgaben ist landesweit ein Rückfall in Praktiken zu beobachten, die längst überwunden zu sein schienen. Selbst in Naturschutzgebieten (FFH-Gebieten, Vogelschutzgebieten und NSG) wird ein wesentlicher Teil der alten Baumgeneration herausgeschlagen und der Wald so seines Wertes beraubt. In Buchenwäldern betreiben die Niedersächsischen Landesforsten systematisch die Unterpflanzung mit der nichtheimischen Douglasie, was einer nachhaltigen Zerstörung unserer wichtigsten natürlichen Waldgesellschaft gleichkommt. Neuerdings werden die jungen Douglasien- und Fichtenaufforstungen im Deister sogar schon vorsorglich mit Insektiziden begiftet. Zur „Holzernte“ kommen zunehmend Harvester zum Einsatz, monströse Maschinen, die verwüstete Waldböden hinterlassen und einen scheinbaren Sachzwang zum Ausbau der ohnehin schon überdimensionierten Forststraßen schaffen

 

Rückschritte beim Naturschutz in den Landesforsten sind bundesweit zu beobachten; dabei ist das Land Niedersachsen leider inzwischen mit zu den Vorreitern zu rechnen. Beispiele aus ganz Deutschland zeigt das BUND-Schwarzbuch Wald auf.

 

Mehr unter : http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/naturschutz/wald/schwarzbuch_wald/<//font><//u><//span>

 

Fachpositionen des BUND zu den Verhältnissen in den niedersächsischen Landesforsten sind auch auf der Homepage der BUND-Kreisgruppe Helmstedt zu finden.

 

Mehr unter: www.bund-helmstedt.de

 

 



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