Kalktrockenrasen Höversche Kippen

Mergelaufschüttungen als Rettungsinsel

Die Höverschen Kippen sind Kalkmergelhügel am östlichen Stadtrand von Hannover, die um 1920 beim Bau der Hindenburgschleuse in Anderten entstanden sind.

Herbst auf den Höverschen Kippen

 

Auf ihren mageren Kalkböden haben sehr viele seltene Pflanzen und Tiere überleben können, die um 1900 in der Umgebung noch häufig anzutreffen waren und heute fast überall verschwunden sind.

 

Weidenblättriger Alant und Fransen-Enzian, zwei gefährdete Arten der Höverschen Kippen

 

Über 30 gefährdete Pflanzenarten und mehr als 60 Schmetterlingsarten, die auf der Roten Liste stehen, kommen auf den 10 Hektar großen Kippen vor. In den 80er Jahren stand dieses Gelände buchstäblich „auf der Kippe“. Erst war der Bau eines Kohlekraftwerkes hier geplant, dann der Abbau von Mergel für die Zementherstellung. Dass die Höverschen Kippen immer noch existieren, ist engagierten Naturschützern zu verdanken, die sich lange Jahre für den Erhalt des Gebietes für Naturschutz und Naturbeobachtung eingesetzt haben.

 

Schwalbenschwanz, Widderchen

 

 

Landschaftspflegeeinsätze des BUND auf den Höverschen Kippen
Landschaftspflegeeinsätze des BUND auf den Höverschen Kippen

 

Seit über 20 Jahren hat der BUND die Höverschen Kippen gepachtet und Jahr für Jahr finden ca. 10 bis 20 Landschaftspflegeeinsätze statt, um das Gehölzvorkommen im Wiesenbereich in Grenzen zu halten und die reizvolle und schützenswerte Vielfalt aus Kalkmagerrasen, Gebüschen und Niederwald zu erhalten.

 

  

 

 

Hoher Wert des Niederwalds

Einen besonderen Wert hat der Niederwald. Niederwald ist eine der ältesten Waldnutzungsformen, wobei der Wald alle 5 bis 15 Jahre „auf den Stock“ gesetzt wird, also völlig zurückgeschnitten wird. Das Holz wurde und wird als Brennholz genutzt. Dadurch werden offene und halboffene Flächen geschaffen, die für viele Pflanzen- aber auch Insektenarten sehr wertvoll sind und die natürlicherweise nur in Wäldern mit großflächigem Windbruch oder anderen Auflichtungen vorkommen.

 


Hauhechelbläuling

 

Wer Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit bei den Landschaftspflegeeinsätzen auf den Höverschen Kippen oder an Kartierungen (Flora, Fauna) hat, kann sich an die Arbeitsgruppe Naturschutz Sehnde/Lehrte wenden: Karsten Poschadel, Ahlten, Tel.: 05132-6279 (tagsüber)


Golddistel und Schopfiges Kreuzblümchen, zwei typische Arten der Kalkmagerrasen

 

 

Gewöhnliche Wegwarte - Wildblume des Jahres 2009 und Wildform der Gemüsezichorien

Fotos: Georg Wilhelm, Karsten Lange



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