Die Zukunft der Kleingärten in Hannover

Die Diskussion um die Zukunft der Kleingärten in Hannover hat BUND Mitglieder, die selber Kleingärten bewirtschaften, angeregt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die gemeinsame Position des Bezirksverbandes der Kleingärtner und der Landeshauptstadt Hannover ist, die Fläche der Kleingärten zu verringern, um dort neue Wohnbebauung zu ermöglichen, aber die Zahl der Kleingärten zu erhöhen, indem diese verkleinert werden. Der BUND lehnt dies ab und hat sich deshalb mit einer eigenen Position zur Zukunft der Kleingärten zu Wort gemeldet.

Vorschläge des BUND Region Hannover für die Zukunft der Kleingärten

  • Nullflächenversiegelung (Ausnahme Altlastenflächen): Wenn Kleingärten zu Bauland umgewidmet werden, ist an anderer Stelle – möglichst ortsnah - wieder zu entsiegeln und/oder wieder Kleingärten zu schaffen. Entsiegelung kann beispielsweise auch im Rahmen von Ersatzmaßnahmen durch Festlegung in B-Plänen umgesetzt werden: So heißt es z. B. im Bebauungsplan 1788 (Lathusenstraße Nord, 2015): „Grundsätzlich käme alternativ eine Freiflächen-Entwicklung im Bereich der nicht mehr kleingärtnerisch genutzten Flächen, z. B. als öffentliche Grünfläche oder als Fläche für Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit künftigen Bauleitplänen, in Betracht.“ Andere mögliche Ersatzmaßnahmen – wie die Entsiegelung von anderen städtischen oder privaten Flächen (Hinterhöfen) Schaffung von Dachgärten bei Neubau für Gemeinschaftsgärten auf dem Dach / Mietergärten / Urban Gardening mit den Zielen „Erhöhung der Artenvielfalt, Erhöhung der Verdunstungsrate, Anbau von Lebensmitteln“ , Dach- und Fassadenbegrünung, Etablierung von Gebäude integrierter Landwirtschaft (siehe z. B. Dachfarm Berlin) – gehören in die Bauleitpläne als neue Standards, schaffen aber im Vergleich zum breitflächig unbebauten Grün nur einen mikroklimatischen Ausgleich .
  • Kleingärten mit Altlasten: Diese bieten sich – nach erfolgter Sanierung – für die Bebauung an, sofern es sich um eine größere zusammenhängende Fläche handelt am Rande einer Kleingartenkolonie. Die Bodensanierung wäre in diesem Fall als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme zu bewerten, weil damit mögliche Gefahren für das Grundwasser behoben werden können und die Freiflächen innerhalb des Bebauungsgebietes dekontaminiert wären.
  • Reduzierung der Versiegelung innerhalb der Kleingartenanlagen: Es wird keine weitere Versiegelung auf Kleingartenflächen angestrebt; stattdessen die Entsiegelung von Flächen innerhalb der Kleingartensiedlungen auf städtischen Grund z.B. bei Zusammenlegung von Gärten und Abriss einer Laube bei zusammengelegten Gärten. Diese größeren zusammenhängenden Flächen könnten gemeinschaftlich genutzt werden (z.B. Kinder, Jugendliche, MigrantInnen, AsylbewerberInnen, SeniorInnen, sonstige Gruppen von Interessierten). Bei Neubau von Lauben sind extensive Gründächer einzuplanen, die ohne Pflege auskommen. Damit könnte die Artenvielfalt erhöht werden durch Blühpflanzen für Hautflügler.
  • Erhöhung der Diversität der Kulturpflanzenvielfalt: durch gezielte Beratung, Schaffung von Informationsangeboten, Pflanzentausch-, und Saatgutbörsen in den Kolonien, Workshops u. a. für Familien, Kinder, Jugendliche, MigrantInnen.
  • Erhöhung der Biodiversität für Wildfauna: Schaffung von Nischen/Angeboten für Wildbienen/Hautflügler, Honigbienen, Vögel u. a. Tierarten in Kleingartensiedlungen. Sie finden in Kleingärten ein immer bedeutsameres und zunehmendes Rückzugsgebiet im Vergleich zu der ausgeräumten Agrarlandschaft. Dazu gehört auch ein Blütenangebot von Beginn bis Ende der Vegetationszeit (vom Krokus bis zu den Herbstblühern) sowie Stein-/Altholzhaufen u.a. .
  • Pestizidfreie Kleingärten in der Praxis: Verbesserung des Informations-/Akzeptanzangebotes, ohne Pestizide und Chemiedünger zu gärtnern, und Vermeidung der Gefahr des Eintrags von Kadmium/Uran durch z. B. phosphathaltige Stickstoffdünger in Rasen und Gemüseanbauflächen. Trotz eindeutiger Regelungen in der Satzung wird der Gebrauch synthetischer Pestizide immer noch praktiziert und sie sind in vielen Gartenmärkten erhältlich.


Hier ist der aktuelle Veranstaltungskalender 2017. Termine, die hier nicht aufgeführt sind, finden Sie unter "Aktuelle Termine", die kontinuierlich aktualisiert werden. Hier unsere Pflanzenbörsen 2017.

Arbeitsgruppe Garten naturgemäß

Kontakt:
Klaus Hennemann
Tel.: 0511 / 69 22 52

Astrid Groß, Susanne Leibold, Gerd Wach (Fachberater), Sibylle Maurer-Wohlatz über Geschäftsstelle

Treffen:
nach Vereinbarung in einem Garten eines Mitglieds der Arbeitsgruppe

Mehr über die Arbeitsgruppe erfahren Sie auch unter:

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Nutzpflanzenvielfalt

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