Stellungnahme des BUND Landesverbandes Nds. e.V. zum Entwicklungskonzept für Hochmoorgebiete des Industrieverband Garten (IVG) und Naturschutzbund Nds. e.V. (Nabu) vom 17.7.2014

Die Stellungnahme des BUND ist als download hier erhältlich.

Die Kurzfassung des gemeinsamen Konzepts von Industrieverband Garten und NABU Nds. ist als download hier erhältlich.

Die Erfahrungen aus 40 Jahren Moorschutzarbeit des BUND und der Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore haben gezeigt, dass ein industrieller Abbau immer (betriebliche) Sachzwänge erfordert, die eine vorgezogene Renaturierung nicht oder nur bedingt möglich machen. Aufgrund des bereits begonnenen Klimawandels mit niederschlagsarmen Frühjahrmonaten, werden die keimenden Birken und Kiefern in den nach Abtorfung zurück gegebenen Flächen bevorzugt. So können die klimapolitischen und naturschutzfachlichen Ziele der Wiedervernässung nur sehr bedingt  erreicht werden. Zudem sind die Flächen durch Ferneintrag stark mit Stickstoff belastet.

Deshalb wird deutlich, dass es aus Klimaschutzgründen keine Alternative zur oberflächennahen Vernässung und damit der optimalen Wasserhaltung in Mooren und in zurück gegebenen Torfflächen gibt. Die Niederschläge des Winterhalbjahres müssen so gut es geht in der Fläche verbleiben, um die Resttorfschichten im Jahresgang so nass wie möglich und ihre Oxidation und damit die Entstehung von Treibhausgasen (TGH) so gering wie möglich zu halten.

Für die Substrathersteller bietet sich als Alternative an, auf Hochmoorgrünland Paludikulturen anzulegen (Torfmoosfarming), um so alle drei Jahre auf diesen Standorten Torfmoos zu ernten. Auch Pflanzenkohle (Terra Preta Technik) eignet sich als Zuschlagstoff für torffreie und torfreduzierte Substrate!

Sowohl für die Entwicklung professioneller Technik für die Paludikultur als auch für standardisierte Pflanzenkohle-(Substrate) für den professionellen Gartenbau sind in den nächsten Jahren Forschungsschwerpunkte in Niedersachsen erforderlich, um endlich deutliche Schritte bei der Herstellung torffreier Substrate voranzukommen!

Der BUND fordert eine Klimasteuer auf Torf: Während in intakten Hochmoore die Klimabilanz positiv ist, weil mehr Kohlenstoff der Atmosphäre durch das Torfwachstum gespeichert wird als Klimagase natürlich entweichen, ist die Bilanz der Abtorfung und die Entwässerung von Hochmoorflächen für Ackerbau und Grünland grundsätzlich negativ. In Niedersachsen werden die Klimagase aus der Bewirtschaftung von Hochmoorflächen von der Regierungskommission Klimaschutz (2012) auf 14,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente geschätzt, etwa 16 % der insgesamt in Niedersachsen emittierten Treibhausgase. Durch eine Klimasteuer auf Torf würde sich für Substrathersteller die Investition in Torfersatz-Technologie lohnen. Diese Klimasteuer müsste sowohl den in Deutschland abgebauten als auch den importierten Torf umfassen, denn Klimaschutz ist grenzenlos!



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