EU-Greening ist ein Fehlschlag

Im Jahr 2015 müssen je landwirtschaftlichem Betrieb 5 % der Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche bereitgestellt werden. Der Deutsche Bauernverband zeigte sich Ende August zufrieden damit, dass dieser Teil des sog. Greening "produktionsorientiert" durchgeführt werden konnte.

Gemeint war: statt Hecken, Blühstreifen, Baumreihen oder Aufforstungsflächen bereitzustellen konnten die Landwirte Zwischenfrüchte anbauen und sich dies als Umweltleistung anerkennen lassen.

In der Region Hannover wurde für das Jahr 2015 auf 79 % der ökologischen Vorrangfläche von insgesamt 14 500 Hektar Zwischenfrüchte angesät, weitere 10 % wurden stillgelegt. Nur auf 1,3 % der Fläche (184 Hektar) standen ökologisch wertvolle Landschaftselemente. Diese mussten nicht neu angelegt werden, sondern konnten angerechnet werden, sofern sie direkt an ein Feld des Landwirtes angrenzten. 

Eine Änderung der üblichen Bewirtschaftungsweise stellt dies kaum dar: in Niedersachsen stieg die Ackerfläche, die mit Zwischenfrüchten begrünt wurde von 11,1% (2010) auf 12,4 %(2015), zu wenig, um die Landwirtschaft insgesamt ökologischer zu gestalten! 

Einen echten Fehlschlag stellt die neue, mit vielen Ausnahmen versehene Verpflichtung zum Grünlandschutz dar: kurz vor Inkrafttreten der Agrarreform wurden in Niedersachsen 23 000 Hektar Grünland umgebrochen, ein Verlust von 3,2 % der gesamten Grünlandfläche in nur einem Jahr.

Wir fordern daher:

  • Stopp der Anerkennung von Zwischenfrüchten als ökologische Vorrangfläche. Die Fläche sollte für mehr Feldränder, Blühflächen, Pufferstreifen an Gewässern und echten Naturschutz zur Verfügung gestellt werden und nicht (nur) als Lückenfüller zwischen zwei Hauptfrüchten.
  • Wiederansaat des im Dezember 2014 umgebrochenen Grünlandes.
  • Einführung eines deutschlandweiten Grünlandumbruchverbotes, das nicht von den EU-Regelungen abhängt (denn die landwirtschaftlichen Betriebe gliedern ihr Grünland einfach aus in neue, rechtlich selbstständige Betriebe, für die dann kein EU-Förderantrag gestellt wird und für die das Umbruchverbot dann nicht gilt).
  • Stabilisierung des Milchpreises und damit Aufzeigen von Perspektiven für die Landwirte, die ihr Grünland für die Milchviehhaltung nutzen wollen.
  • eine gesetzliche Regelung, die Milchviehhalter zu mindestens 120-tägigem Weidegang für Milchkühe und Kälber verpflichtet. Die reine Stallhaltung von Rindern führt in dieselbe Sackgasse, in der die Schweine- und Geflügelhalter bereits stecken!

Informationen zu den Ökologischen Vorrangflächen in Niedersachsen 2015 gibt es hier.

Am Samstag, dem 10. November 2012, haben sich weit über 2000 Bürgerinnen und Bürger  in Hannover zu einem Trecker- und Demonstrationszug am Steintor in Hannover getroffen. Eine bunte Schlange von Menschen zog dann zur Kundgebung auf dem Opernplatz. Dort forderte
ein breites Bündnis aus Landwirtschafts-, Umwelt-, Imker-, Tierschutz-, Verbraucher- und
Eine-Welt-Organisationen sowie Bürgerinitiativen unter dem Motto: „Wir haben es satt!“ eine Änderung der Agrarpolitik: Bürger und Bauern gemeinsam für eine neue, faire Agrarpolitik

Bürger und Bauern fordern watt:
Wir setzen gemeinsam in Niedersachsen ein deutliches agrarpolitisches Zeichen für:
• artgerechte Tierhaltung
• faire Preise und Marktregeln
• soziale Arbeitsbedingungen in der Ernährungsbranche
• Mindestlöhne und Sozialhilfesätze für bezahlbare gesunde, regionale Lebensmittel
• Stärkung des Ökolandbaus in Niedersachsen
• Klima- und umweltverträgliche Landwirtschaft
• Vielfalt statt Monokulturen
• bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform
• gentechnikfreies Saatgut und Lebensmittelerzeugung
• Solidarität mit den Kleinbauern in Afrika

Kommt zahlreich! Bringt bunte Banner, eigene Forderungen, Nachbarn und Freunde mit.
Kommt mit Treckern oder mit Schubkarren – für eine neue, faire Agrarpolitik in Niedersachsen.

Mehr Informationen und Busse unter www.wir-haben-es-satt.de/Hannover
Wir freuen uns über Spenden! Inhaber: BUND Niedersachsen, Konto 101 030 047, BLZ 250 500 00,
NORD/LB, Verwendungszweck: Demonstration 10.11.2012 – bitte unter Angabe dervollständigen
Adresse für die Spendenbescheinigung.



Rundbrief 2017

Hier können Sie sich unseren aktuellen Rundbrief downloaden.

 

PRESSEMITTEILUNGEN

 des BUND Region Hannover

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:


Hier geht es zur

www.meine-umweltkarte-niedersachsen.de
mit vielen Links zu Umweltprojekten in Niedersachsen

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