Friends of the Earth Indonesia durch Tsunami betroffen

Nach der Flutkatastrophe

Hilfe für die Partnerorganisation WAHLI - Friends of the Earth Indonesia

Ohne die ungezählten Opfer der vom Tsunami betroffenen asiatischen Länder zu vergessen, reagierten in 2004 der BUND und "Rettet den Regenwald" mit tiefer Trauer und einer Spendenaktion auf den Tod von Mohammad Ibrahim. Er war der indonesische Geschäftsführer von „WAHLI“, dem Partnerverband „Friends of the Earth“ in Aceh, und hat mit seiner Frau und seiner Tochter in der Flut sein Leben verloren. Viele weitere Mitglieder von WAHLI wurden lange vermisst oder sind beim Tsunami ums Leben gekommen. Das Büro in Aceh, der am schlimmsten verwüsteten Region, ist völlig zerstört. Die Arbeit von Friends of the Earth Indonesia, dem größten indonesischen Netzwerk von rund 440 Umwelt- und Menschenrechtsgruppen, wird damit um Jahre zurückgeworfen. Trotz aller Verzweiflung bereitet WAHLI einen Neubeginn in Aceh vor und hat bereits im Januar fast 60 Leute aus anderen Provinzen nach Aceh geschickt.

Unsere Freunde der Erde in Aceh brauchen unsere Hilfe - auch heute noch viele Jahre nach der Naturkatastrophe, die durch die Zerstörung natürlicher Mangrovenvegetationen an den Küsten erst diese Ausmaße annehmen konnte!

Spenden zur Wiedereinrichtung des zerstörten WAHLI Büros in Aceh
und für die Arbeit von Wahli können Sie überweisen an:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
Sparkasse Bonn
Kontonummer 232
BLZ 38050000
Stichwort „Hilfe für FoEI-Wahli Indonesien“

WAHLI-Mitarbeiter Rivani Noor hatte dem Umweltverband "Rettet den Regenwald" in 2004 berichtet, dass in vielen Dörfern an der Küste niemand überlebt habe. WAHLI hat für die Provinz Aceh einen Katastrophenplan zur Soforthilfe erarbeitet. „Neben Grundnahrungsmitteln, sauberem Wasser und Medikamenten brauchen vor allem von der Flut traumatisierte Kinder eine spezielle Therapie, um in ihnen wieder eine Hoffnung auf eine Zukunft aufzubauen," berichtete Rivani.

Die Journalistin Inge Altenmeier berichtete, dass es ihrem Team gelang, in das vom indonesischen Militär abgesperrte Gebiet der Provinz Aceh zu gelangen, wo trotz Tsunami im Rebellengebiet der Bürgerkrieg weitertobt, die internationalen Hilfsorganisationen nicht arbeiten durfen und die Zugangsstraßen militärisch abgesperrt waren. Neben den ungezählten Todesopfern gab es im Osten Acehs Tausende Obdachlose, die nicht versorgt wurden und Zehntausende wohl für immer Vermisste. Deshalb ist die Arbeit der Freunde der Erde WALHI so wichtig.

Die Journalistin berichtete weiterhin: „Von den vielen Menschen, die sich unter dem Dach von WALHI Aceh versammelt haben, soll ich euch allen ausrichten, dass die Überlebenden ohne euch nicht weiter machen können. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden mit den traumatischen Erfahrungen und dem immer noch täglich existierenden Terror des Bürgerkriegs.“ Aus ersten Spendenmitteln konnte u.a. ein Satellitentelefon gekauft werden, mit dem bereits viele Vermisste wieder aufgefunden wurden. Außerdem wurde mit dem Aufbau eines Traumazentrums in einer Schule begonnen, um Waisenkindern zu helfen. Ziel ist, dass alle Kinder, die ihre Eltern verloren haben, bei Verwandten oder befreundeten Familien in Aceh bleiben können, statt in Heimen zu landen.

Bambang, der Leiter von WALHI Aceh, arbeitet an Plänen, dass in den Gebieten der Aquafarmen (u.a. Garnelenzucht) Mangroven angepflanzt werden. Intakte Mangrovenwälder hätten die Kraft der Welle verringert! In der Vergangenheit wurde an den Küsten von Aceh ein riesiger Mangrovengürtel abgeholzt, um Platz für Garnelen-Zucht zu schaffen.

Mittelfristig will WAHLI ökologische und soziale Hilfe leisten, um Hunderttausende Waldbewohner in kleinen Dörfern vor der „Holzmafia“ und dem Militär zu schützen. Wer die Situation in Indonesien kennt, muss befürchten, dass selbst in dieser extremen Notsituation skrupellose Geschäftemacher nicht davor zurück schrecken, das Chaos zu nutzen und illegal Tropenholz einzuschlagen. WAHLI hat sich in der Vergangenheit vehement für Menschenrechte und Umweltschutz eingesetzt: Sie hat kriminelle Holzhändler vor Gericht gebracht und den Opfern der „Zellstoffmafia“ geholfen, die für ihre Papierproduktion rücksichtslos die letzten Regenwälder vernichtet.

Langfristige Hilfe setzt auf Schutz der Natur - Sanfter Tourismus statt Massentourismus.

Der BUND betont, dass sich die betroffenen Länder vor Naturkatastrophen dieser Art kaum schützen können, weil Seebeben immer wieder möglich sind. Aber dennoch darf nicht vergessen werden, dass auch der menschengemachte Klimawandel und der Raubbau an der Natur die Küsten bedroht. In Zukunft sollten beim Wiederaufbau einige Grundregeln beachtet werden: In besonders gefährdeten Gebiete darf nicht mehr gebaut werden. Potentielle Überflutungsflächen müssen so groß wie möglich ausgelegt sein. Die natürliche Vegetation wie salzbeständige Mangroven muss geschützt und nur heimische Arten dürfen nachgepflanzt werden. Wiederaufbauhilfen – auch aus unseren Spenden- und Steuergeldern - müssen neben sozialen auch ökologische Kriterien berücksichtigen. Die Errichtung von Touristenquartieren in potentiellen Überflutungsflächen, das Abholzen von Mangrovenwäldern für Fischfarmen oder ufernaher Straßenbau haben das Ausmaß der Katastrophe mit bestimmt. In Südostasien ist der „sanfte“ naturnahe Tourismus bislang vernachlässigt worden. Weltweit sollten deshalb künftig ökologische Tourismusprojekte stärker gefördert werden.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.bund.net (extern)

www.regenwald.org (extern)

www.walhi.or.id/(extern)





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