NEWS RUND UM DEN FLEDERMAUSSCHUTZ


Auswilderungen bis Mitte Mai 2012

Allein in 2012 konnten wir bis Mitte Mai bereits knapp 100 Fledermäuse gesund wieder auswildern!

Auf dem Foto ist Miezzi zu sehen - ein Kleiner Abendsegler. Foto: Gudrun Becker.

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Gesund gepflegte Fledermäuse werden wieder in die Freiheit entlassen

Die Auswilderungen sind gestartet! Am 21.März 2012 konnten eine Rauhhautfledermaus und eine Zwergfledermaus als erste genesene Patienten dieses Jahr unsere Krankenstation verlassen - sie befinden sich nun wieder in Freiheit bei ihren Artgenossen.

Die Auswilderung ist wetter- und trainingsabhängig jetzt in vollem Gang, sie ist nur recht zeitaufwendig, weil die Tiere ja an ihre Fundorte zurück gebracht werden müssen, und das bei Einsetzen der Dämmerung. Das begrenzt die Zahl der an einem Abend freizulassenden Tiere natürlich, aber die Arbeitsgruppe Fledermäuse nutzt jede Gelegenheit und passende Wetterlage. Auch ein Teil der Misburger Abendsegler wird in den nächsten Tagen wieder selber jagen können, die anderen müssen noch ein wenig üben oder noch einige jetzt erst entstandene Splitterabszesse abheilen lassen.

Vor der Auswilderung müssen die Tiere nach Verletzungen mehrere Tage trainiert werden. Dabei ist die Lebensweise der Tiere zu beachten: Große Abendsegler zum Beispiel können nachts sehr lange Strecken über 100 km zurücklegen. Die Tiere benötigen daher eine besonders gute Kondition und müssen fleissig trainiert werden. Zudem ist ihre Jagdgeschwindigkeit in Freiheit sehr hoch, die sie beim Training ebenfalls erreichen müssen. Außerdem ist bei der Auswilderung das Wetter in der Zugrichtung der Tiere zu beachten!

Wasserfledermäuse jagen über Gewässern, auch sie brauchen eine sehr gute Kondition und nach Verletzungen mehrere Tage Übungen.

Alle Fledermausarten müssen in der Lage sein,  ohne Hilfestellung vom Boden starten zu können. Dies ist überlebenswichtig!

Wichtig ist, die Trainingsergebnisse schriftlich festzuhalten. Ein Tier, dass an einem Tag gut fliegt, kann am nächsten schon nicht mehr fit sein, weil es vielleicht am Vortag alle Kräfte verausgabt hatte. Das Training muss am Abend oder nachts erfolgen, um die Aktivitätsphase der Tiere zu nutzen. Vor dem Training müssen sich die Tiere ausreichend auf Flugtemperatur aufgewärmt  haben. Werden die Tiere tagsüber trainiert oder es fehlt die Geduld zu warten, bis sie richtig warm sind, fallen die Trainingsergebnisse entsprechend schlechter aus. Dies könnte eine Auswilderung unnötiger Weise verzögern!

Sorgfältige Vorbereitung der Auswilderung von Fledermäusen

  • Das Wetter muss gut sein, es darf also nicht stürmisch sein, regen oder frostig sein. Beim Großen Abendsegler ist auch die Zugrichtung zu beachtenndort (bzw. in unmitelbarer Nähe) ausgewildert werden. Fledermäuse sind sehr soziale Tiere, sie kennen ihre Gruppenmitglieder. Zudem kennen sie am Fundort auch mögliche Quartiere und Jagdgebiete.
  • Kurz vor der Aktivitätsphase sollte man mit den Tieren am Auswilderungsort angekommen sein. Sobald freie Artgenossen fliegen, lässt man seine Schützlinge einfach mitfliegen. So können die Tiere gleich Anschluss finden. Es ist unbedingt vor der Freilassung darauf zu achten, dass sich die Tiere auf Flugtemperatur aufgewärmt haben. Sollten keine Artgenossen fliegen, gilt es sich nochmal zu vergewissern, ob wirklich alle oben genannten Bedingungen (Wetter / Ort) stimmen. Falls nein, ist es besser, die Auswilderung abbrechen! Falls alle Faktoren positiv sind, können die Tiere in die Freiheit entlassen werden.
  • Idealerweise sucht man bereits im Auswilderungsgebiet ein bis zwei Tage vor der geplanten Auswilderung nach Artgenossen. Dann kennt man genau ihre Ausflugszeit und ihr Gebiet.
  • Für Große Abendsegler hängt man am besten einen Kasten mit einem Einflugloch sehr hoch (!) im Baum am Auswilderungsort auf. Die Tiere werden vor Sonnenuntergang dort eingesetzt. Sie fliegen dann selbstständig aus. Sobald alle Tiere den Kasten verlassen haben, wird der Kasten wieder abgenommen.

Neuzugänge von Fundtieren im Februar 2012 in Tierarztpraxis Dr. Keil

  • 31.01.12 Zwergfledermaus als "Kälteflüchtling"
  • 06.02.12 Eine Zwergfledermaus hatte sich in einer Wohnung verirrt und war im Waschmittelbehälter gelandet. Die Bewohner hatten sie entdeckt und die BUND Arbeitsgruppe Fledermäuse verständigt. Erst stand es sehr schlecht um den Kleinen, denn Waschpulver war in Ohren, Augen, Nase und offenbar auch in der Lunge. Das arme Tier hat starke Atemnot. Doch schon 24 Stunden begann die Zwergfledermaus zu trinken und im Urin war kein Blut mehr zu finden. Leider war das nur ein kurzer Hoffnungsschimmer, wenig später verstarb das Tier an den Folgen der Waschmittelvergiftung.
  • 06.02.12 Zwergfledermaus als "Kälteflüchtling" Bei den jetzt gefundenen Zwergfledermäusen ist davon auszugehen, dass ihre Winterquartiere für die anhaltende Kälte nicht frostsicher genug waren. Daher haben die Tiere versucht, ein neues geeignetes Quartier zu finden. Leider gibt es für diese Tiere kaum noch Unterschlupfmöglichkeiten, so dass sie letztendlich geschwächt eine letzte Zuflucht in Wohnungen oder Treppenhäuser suchen: Eine tödliche Falle, denn hier finden sie weder den Ausgang wieder, noch Wasser zum Trinken. Wenn Sie den Tieren vorausschauend helfen möchten, über den Winter zu kommen, dann schauen Sie hier, wie sie tätig werden können: region-hannover.bund.net/fileadmin/bundgruppen/bcmshannover/Schutz_Gebaeude_bewohn_Arten_Projekt/Broschuere_2011_Druckvorlage_Homepage.pdf
  • 06.02.12 Zwergfledermaus als "Kälteflüchtling"
  • 07.02.12 Zwergfledermaus: Ein Baustellenfund aus dem CCL, (mit weiß gestrichenen Krallen...)
  • 07.02.12 Ein Großer Abendsegler lag mit Blutergüssen/Frostschaden? untergewichtig bei - 10°C auf einem Balkon in Stöcken.
  • 07.02.12 Ein weiterer Zwerg kam gleichzeitig bereits tot bei Dr. Renate Keil an.
  • 13.02.12 Drei Zwergfledermäuse als Kälteflüchtlinge mit teilweisen Erfrierungen.
  • 15.02.12 Und schon wieder eine intelligente Fledermaus: Ein untergewichtiges, leicht ausgetrocknetes, aber unverletztes Rauhhautfledermausweibchen, war in das Treppenhaus bei der Bauordnung der Landeshauptstadt Hannover eingeflogen. Als die Mitglieder der AG Fledermäuse eintrafen flog sie direkt zu einem Mitglied und landete auf der Jacke. Somit konnte sie auf dem schnellsten Weg zur Tierärztin gebracht werden. Nun wird sie auf Normalgewicht gebracht und bis zur Auswilderung wieder eingewintert.
  • 17.02.12 Flatterte ein abgemagertes, sehr hungriges und durstiges Zwergfledermausmännchen bei Dr. Keil in das Zimmer. Da es sofort sehr zutraulich war und sich ohne zu zögern nach der Versorgung mit Wasser über den Mehlwurmnapf hermachte, ist zu vermuten, daß es eins der drei Männchen ist, die bereits ein Jahr vorher den Winterschlaf und eine Genesungszeit bei Frau Dr. Keil verbracht haben, als beim Winteranfang durch Renovierungen ihr Quartier in Misburg zerstört wurde. Da der Kleine aber nur schlecht fliegen kann, obwohl keine Verletzung erkennbar ist, muß er wohl schon wieder irgend ein Unglück erlebt haben. Auch in der Nähe des blauen Sees in Misburg sind Baumaßnahmen und Baumfällungen gewesen. Jetzt erholt er sich erst mal.
  • 20.02.12 Es wurde ein stark ausgetrocknetes, untergewichtiges Abendseglermännchen, das in Langenhagen in einer Wohnung gefunden zur Tierärztin Dr. Keil gebracht. Es ist voller Holzsplitter und hat am Flügel einen großen Bluterguß und eine nässende Flughautentzündung, aber zum Glück unverletzte Knochen. Innere Verletzungen sind bisher nicht erkennbar, sodaß er hoffentlich bald wieder fliegen darf, wenn alles verheilt ist und das Tier wieder Reserven hat. Wenn solche Tiere, die mit letzter Kraft noch flugfähig sind, von gutwilligen, aber unwissenden Leuten einfach wieder freigelassen werden, ist das ihr sicheres Todesurteil. Leider ist das viel zu wenig bekannt! Solche Verletzungen sind auch nur bei genauer Untersuchung erkennbar, die ein Laie niemals durchführen kann. Wir danken deshalb den umsichtigen Bürgern, die uns das Tier gebracht haben. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser, uns dabei zu helfen, viele Menschen über das richtige Vorgehen in solchen Fällen aufzuklären.
  • 21.02.12 Ein älteres Zwergfledermausweibchen aus Kleefeld mit 3,6g Untergewicht mit so starkem Zahnstein und Zahnfleischentzündung, daß es wohl nur noch unter großen Schmerzen fressen konnte. Nach der Erstversorgung mit Flüssigkeit und Glucose ließ es sich widerstandslos den Zahnstein entfernen, zum Glück waren die Zähnchen noch nicht gelockert. Jetzt sind sie sauber, und die Kleine frißt schon die ersten Mehlwürmer.
  • 21.02.12 Ein zum Skelett abgemagertes Abendseglerweibchen aus Großburgwedel, wieder ein Baumfällungsopfer voller Splitter. Nach mehreren Infusionen hat sie sich wider Erwarten erholt und scheint inzwischen über den Berg zu sein, schont aber einen Hinterfuß. Eine nette Dame hat sie zu mir gebracht und versprochen, sich die in der Nachbarschaft gefällten Bäume anzusehen, wenn sie nicht schon abtransportiert sind, bisher kam aber keine weitere Meldung.
  • 23.02.12 Heute habe ich ein halbverhungertes, ausgetrocknetes Abendseglerweibchen abgeholt, das gerade noch 2/3 des Normalgewichtes hat und kalt und naß neben einem Gebäude im Zoo lag, voller teilweise entzündeter Holzsplitterwunden, mit zwei Löchern in einem Flügel. Nach einer Infusion hat es sich schon etwas erholt und trinkt und frißt.
  • 23.02.12 Ein Zwergfledermausweibchen mit einer gebrochenen Flügelspitze, die sie nach Abheilung aber nicht am Fliegen hindern wird, hat sich in Stöcken in ein Labor gerettet. Alle bisherigen Patienten sind auf dem Weg der Besserung.
  • 24.02.12 Einer der Misburger Baumfällungs-Abendsegler hat während der extremen Frostperiode wohl ein geschütztes Quartier gefunden, aber jetzt, wo es wärmer geworden ist, kam auch er, um seine Splitterabszesse behandeln zu lassen. Einige kleine hat er schon selbst aufgebissen, die nötigen Medikamente fehlten ihm wohl... Heute Abend, mehrere Wochen nach den anderen, saß auch er im Fledermauskasten am Haus von Dr. Keil. Nun kann er den wenigen Tieren seiner Gruppe, die noch behandelt werden und daher wach sind, Gesellschaft leisten, bis sie hoffentlich bald alle zusammen wieder in den inzwischen angebrachten Winterkasten gesetzt werden, von dem aus sie sich dann eine neue Baumhöhle suchen können.
  • 29.02.12 In der vergangenen Nacht kämpften wir mit fünf nächtlichen Helfern unserer Arbeitsgruppe Fledermäuse um das Leben von 40 verletzten Großen Abendseglern aus Celle. Sie alle waren Opfer einer Baumfällung geworden. Die Verletzungen reichen von Splittern über Abzesse bis hin zu Flughautrissen und Knochenbrüchen. Unsere Tierärztin untersuchte ein Tier nach dem nächsten und entfernte die Parasiten, nahm teilweise Urinproben und entfernte schon mal die Splitter, die an kritischen Stellen saßen. Die weitere medizinische Versorgung folgt die nächsten Tage. Wir anderen Helfer versorgten die völlig ausgelaugten Tiere mit Futter und Wasser. Wo genau die Baumfällung stattgefunden hat, können wir leider nicht nachvollziehen. Die 40 Tiere hatten sich aus dem gefälltem Baum retten können, da sie noch fliegen konnten und sind in einen Fledermauskasten an einem Haus geflüchtet. Die Bewohner hatten uns glücklicherweise verständigt und einer unserer Helfer ist vor Ort geeilt, um die Tiere abzuholen. Wie viele Tiere die Baumfällung nicht überlebt haben, ist leider ungewiß.
  • 15.03.12 Neuzugänge: Zwei halbtote Abendsegler, der eine lag in Gehrden im Wald, der andere aus Kleefeld. Beide Tiere waren voller Holzsplitter, Flöhe, Milben und Darmparasiten. Mittlerweile habe sie sich beide erholt und warten auf die Wiederauswilderung.

Fledermaus gefunden! Was tun?

Einzelne Tiere können Sie direkt zu Frau Dr. Keil, Tierärztin, Am Blauen See 1, Hannover-Misburg bringen. Ansonsten und auch bei Unfällen, Baumfällungen, unverhofften Funden bei Hausabdeckungen verständigen Sie bitte sofort den Tierrettungswagen der Feuerwehr unter der Rufnummer 112 Tierrettung.

Es geht auch anders!

Die Stadt Langenhagen hat es vorgemacht. Abgesehen davon, dass der Stadtwald nicht holzwirtschaftlich genutzt wird, müssen jedoch Verkehrssicherungsmaßnahmen vorgenommen werden. Aber die Stadt Langenhagen bespricht jede einzelne Maßnahme vorher mit den Naturschützern vor Ort, dem NABU Langenhagen. Es bleiben ausnahmslos alle Fledermausquartiere erhalten, ebenso andere für die Biodiversität des Waldes wichtige Bäume, die abgestorbenen sind. Es gibt keine Fällung oder Beschnitt, wenn dies im Widerspruch zum Artenschutz steht. Gemeinsam suchen Stadt und Naturschützer nach Lösungen. Selbst auf die Bebauung eines Waldrandgebietes hat die Stadt Langenhagen deshalb verzichtet. Wir finden: So ein vorbildliches Verhalten der öffentlichen Verwaltung hat Nachahmer verdient! So kann sich der Wald zu einem Erholungsgebiet entwickeln für Mensch und Natur!

32 mehr oder weniger stark verletzte Abendsegler suchen sich ihren dringend gebrauchten Tierarzt selber!

2.Februar 2012 -  Weihnachten, als es noch warm war, bemerkte Dr. Renate Keil, Tierärztin und aktiv in der BUND Arbeitsgruppe Fledermäuse besorgt, dass zwei von ihr als Sommerquartier aufgehängte Spaltenkästen von Abendseglern bezogen wurden, die sich durch den für kleine Fledermäuse gebauten Spalt gequetscht hatten. Da die Kästen nicht frostsicher sind, beobachtete sie die Situation täglich und stellte beruhigt fest, dass die Tiere Anfang Januar wieder ausgeflogen waren. Vor wenigen Tagen kamen sie zurück, gerade kurz vor dieser eisigen Kälte! Sie stellte die Kästen mit Inhalt zunächst frostgeschützt kalt und öffnete sie dann zur Kontrolle, was gut war, denn darin befanden sich 32 Abendsegler, 17 Weibchen und 15 Männchen, die ganz offensichtlich aus einer Baumfällung im Winterschlaf hochgeschreckt waren und auf der Suche nach einem Ersatzquartier ausgeflogen waren.

Die Tiere waren alle voller Holzsplitter in der Haut, die z.T. bereits eitrige Abszesse verursacht hatten, einige haben Abschürfwunden, bei einem Weibchen besteht ein riesiger Schulterabszess, aus dem Dr. Keil bei der Erstbehandlung ca. 1 ml Eiter entfernt hat und der täglich weiter gespült und antibiotisch versorgt werden muss. Außerdem wurden die Tiere von Milben, Flughautmilben und Flöhen in unglaublicher Zahl regelrecht ausgesaugt - verletzte, gestreßte Tiere sind - zumal bei kalten Temperaturen - nicht mehr zur Körperpflege fähig und schutzlos den Parasiten ausgeliefert. Alle Tiere werden in diesen Tagen noch von Dr. Keil behandelt und soweit nötig auf Normalgewicht gebracht, bevor sie dann ihren Restwinterschlaf geschützt fortsetzen dürfen. "Bis auf die akut kranken Tiere habe ich sie kühl gestellt, um eine vorzeitige Trächtigkeit der Weibchen zu verhindern. Nach Flugkontrolle jedes Tieres werde ich sie wieder auswildern", sagt Dr. Renate Keil.

Es scheint sich in Fledermauskreisen herumgesprochen zu haben, dass man bei Dr. Renate Keil Hilfe bekommt...  Kontakt: bund.hannover@bund.net

Tierversuche mit Fledermäusen

Durch Stromstöße ins Gehirn werden bei Ratten epileptische Anfälle erzeugt, Fledermäusen werden über Bohrlöcher Elektroden in das Gehirn eingeführt, Affen wird das gesamte Blut aus Armen und Beinen abgelassen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche deckt Grausamkeiten in Münchner Tierversuchlabors auf. Diese Experimente sind nach Aussage des Ärztevereins zudem vollkommen nutzlos für die medizinische Forschung. Hier die Pressemitteilung dazu der AG Müchen Ärzte gegen Tierversuche.

Acht Abendsegler aus Baumfällung

23.1.2012 In der Eilenriede, dem Stadtwald Hannovers, wurden acht Abendsegler bei einer Baumfällung ihres Winterquartiers gefunden. Sie werden jetzt von der BUND Arbeitsgruppe Fledermäuse gepflegt und von der Tierärztin Dr. Renate Keil versorgt.

Der BUND rät: Solche dramatischen Situationen lassen sich vermeiden, wenn bei der Planung von Baumfällungen bereits Bäume auf Höhlen - auch mit Hilfe eines Fernglases - abgesucht werden. Wenn Höhlen gefunden werden, sollten diese Bäume dauerhaft als "Fledermausbäume" geschützt werden und nur in ganz dringenden Fällen (Verkehrssicherungspflicht) gefällt werden. Vor der Fällung müsste ein Experte zu Rate gezogen werden, um zu prüfen, ob die Höhle mit Fledermäusen besetzt ist. Wenn die Höhle nicht mit Tieren besetzt ist, sollte sie anschließend verschlossen werden, damit diese nicht mehr angeflogen werden kann.

In der Regel sterben viele Fledermäuse bei solchen Baumfällungen oder werden schwer verletzt. Aber auch Tiere, die es noch schaffen unverletzt wegzufliegen, sind sehr gefährdet, da sie während des Winterschlafes ihren Stoffwechsel drosseln und beim Aufwachen viel von ihren Fettreserven aufbrauchen und dann möglicherweise nicht bis zum Frühjahr überleben.

Neue Fachliteratur: Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen

In Deutschland ist ein Ausbau der Windenergie auch im Binnenland erforderlich, um die angestrebten Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei soll auch der Schutz der Biodiversität berücksichtigt werden. Mit den Rotoren von Windenergieanlagen können jedoch Fledermäuse kollidieren, die zu den bundesweit gefährdeten Arten zählen.
Im vorliegenden Band werden die Ergebnisse des Forschungsvorhabens „Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen“ vorgestellt. Mit Hilfe von akustischen Detektoren im Gondelbereich und Schlagopfersuchen wurde ermittelt, wie verschiedene Anlagen- und Umweltparameter das Kollisionsrisiko von Fledermäusen beeinflussen. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Maßnahmen vorgeschlagen, die das Kollisionsrisiko für Fledermäuse an Windenergieanlagen erheblich reduzieren können. Damit wird der Schutz von Fledermäusen mit einem Ausbau der Windenergie vereinbar.

Die Autoren sind Dr. Robert Brinkmann (Leibniz Universität Hannover), Dr. Oliver Behr (Universität Erlangen), Ivo Niermann und Prof. Dr. Michael Reich (Leibniz Universität Hannover).

Leibniz Universität Hannover, 24. Juni 2011
Seiten: 470
Auflage: 1 Aufl.
Band: 4
Sprache: DE
ISBN-10: 3869557532
ISBN-13: 9783869557533

Neue Mitglieder in der Arbeitsgruppe Fledermäuse

Januar 2012  Wir begrüßen die neuen Mitglieder der AG Fledermäuse des BUND Region Hannover und wünschen viel Spaß bei der Arbeit und viele erfolgreiche Kampagnen. Gemeinsam sind wir ein starkes Team für den Fledermausschutz!

Du möchtest auch dazu gehören? Kein Problem! Meld dich einfach bei savethebatsnow@gmx-topmail.de

"1000 € für unseren Verein" WIR HABEN GEWONNEN!

November 2010: Die Arbeitsgruppe Fledermäuse ist zur Stelle, wenn Fledermäuse in Not geraten sind. Viele Tiere müssen medizinisch versorgt werden. Wenn nötig, müssen von unserer ehrenamtlich tätigen Tierärztin sogar chirugische Eingriffe durchgeführt werden. Bis die Tiere wieder in die Natur entlassen werden können, kümmern wir ehrenamtlichen Helfer uns unermüdlich und liebevoll um die kleinen Patienten. Wir benötigen dringend Geld für Medikamente, Futter, Holz usw. und haben daher bei einer Gewinnaktion der ING. DIBA mitgemacht und WIR HABEN GEWONNEN! 1000 € für unsere Fledermäuse! Dafür danken wir allen, die für uns gevotet haben ganz herzlich!

Basare für Fledermäuse

Halloween ist längst vorbei, doch „unsere Fledermäuse“ sind noch lange nicht im Winterschlaf! Am 1. und am 2. Advent nahm die AG Fledermäuse des BUND Region Hannover mit einem Infostand an zwei Weihnachtsveranstaltungen in der Titus-Kirche Hannover und in einer Kindertagesstätte im Sahlkamp teil und platzierte somit das Thema Fledermausschutz mitten in der Weihnachtszeit unter den Besuchern. Wir hoffen, mit diesen Aktionen auch Menschen erreicht zu haben, die bisher mit dem Thema Artenschutz und Fledermäuse noch nicht in Berührung kamen.

Baumfällung vernichtet Abendseglerquartier

November 2011: Eine traurige Meldung erreichte heute die AG Fledermäuse des BUND Region Hannover: Bei einer Baumfällung wurde ein Baum mit einer Höhle gefällt, in der sich viele Abendsegler zum Winterschlaf zurückgezogen hatten. Unsere Helfer waren so schnell wie möglich vor Ort und haben versucht, überlebende Tiere zu retten. Leider konnten unten den vielen toten Tieren keine Verletzen mehr geborgen werden. Auch die Suche im Umkreis der Baumfällung nach verletzten Tieren, die sich irgendwie noch fortgeschleppt und versteckt hatten, hat nichts ergeben.

Unser Hinweis an alle Verantwortlichen, die Bäume fällen: Wann immer Ihnen Höhlen an Bäumen oder an dicken Ästen auffallen, lassen Sie diese vor Fällung von Fachleuten untersuchen: Oft verbirgt sich hier eine Fledermauskolonie im Winterschlaf. Verständigen Sie bei Unfällen mit den streng geschützten Tieren bitte umgehend die Tierrettung.



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Arbeitsgruppe Fledermäuse

Kontakt:
Beratung zu Fledermäuse
Mitarbeit AG Fledermäuse
Gudrun Becker
savethebatsnow@gmx-topmail.de
0511 / 67 14 75 (Anrufbeantworter)

NUR Notfälle:
Verletzte Fledermäuse/Fundtiere
Dr. Renate Keil
0176-63299383
DrRenateKeil@aol.com
oder
Tierrettung Feuerwehr
Region Hannover Telefon: 112

Treffen:
Wir treffen uns regelmäßig rund um das Jahr. Bitte schicken Sie uns eine Mail; wir informieren Sie dann umgehend über unsere nächsten Termine: siehe Gudrun Becker

 

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