Bezugsquellen für Pflanzenkohle und Substrate mit Biokohle

Wir werden häufig gefragt von Hobby- aber auch Erwerbsgärtnerinnen und Gärtnern, woher die Pflanzenkohle (biochar, Biokohle) zu beziehen ist, um eigenen Kompost oder Substrate auf Basis von Pflanzenkohle herzustellen. 

Der BUND recherchiert und aktualisiert deshalb immer wieder die seriösen Bezugsquellen für

  •  Hersteller von Pflanzenkohle
  •  Hersteller von Pflanzenkohle-Substraten oder Bodenverbesserern
  • Anlagenhersteller für Pyrolyseanlagen sowie Möglichkeiten zur eigenen Herstellung von Pflanzenkohle

Hier die aktuelle Liste (April 2017) zum Download

Dabei legen wir besonders großen Wert darauf, dass diese Pflanzenkohlen-(substrate) unbedenklich sind, was mögliche Schadstoffe angeht. Für die Zertifizierung der Pflanzenkohle gibt es das European Biochar Certificate, das vom Biochar Science Network bereits 2012 veröffentlicht wurde und dynamisch an neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis angepasst wird. Hier werden sehr umfangreiche Qualitätskrititerien sowohl für den Input als auch den Output (die Pflanzenkohle) sowie die Anlagen (Pyrolyse) gemacht, um Missbrauch zu vermeiden. Für die sog. Polyzyklisch Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige als krebserregend gelten, werden sehr strenge Vorgaben gemacht. Für "Basic" Qualität dürfen nur Pflanzenkohlen, die weniger als 12mg/kg in der Trockenmasse haben und für die "Premium" Qualität, die sich an den Schweizer Vorsorgewerten orientiert, 4mg/kg TM. Auch für alle anderen Schadstoffe werden sehr strenge Vorgaben gemacht ebenso wie für den Kohlenstoffgehalt (C) der Pflanzenkohle, der mindestens 50% betragen muss. Gute Pyrolysekohlen haben zwischen 70% bis etwas über 90% C-Gehalt. Damit ist garantiert, dass sich dieser große Anteil der Kohle im Kompostierungs- oder Behandlungsprozess (z.B. mit tierischem Dünger, Urin..) mit Nährstoffen vollladen kann, die dann über sehr lange Zeit im Boden pflanzenverfügbar sind. 

BUND testet 6 Substrate und Pflanzenkohle auf PAKs

Im Rahmen des Projektes zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt arbeitet die BUND Arbeitsgruppe auch viel mit Pflanzenkohle. Wir verwenden dabei ausschließlich zertifizierte Pflanzenkohle auf dem Standard des European Biochar Certificate (EBC) aus der hohen Verantwortung heraus gegenüber der nicht erneuerbaren Ressource "Boden". 

Da jedoch bundesweit viele GärtnerInnen bereits fertige Substrate mit Pflanzenkohle kaufen, wollten wir ebenso verantwortungsvoll nur solche Substrate weiter empfehlen, die ebenfalls unbedenklich sind, insbesondere, was PAKs angeht. Deshalb haben wir Substrate, die bundesweit sehr viel verkauft werden, auf eigene Kosten bei einem unabhängigen Institut Wisber.eu  untersuchen lassen. Außerdem haben wir die in Niedersachsen oft eingesetzte Methode, eigene Pflanzenkohle aus Holzpellets mit dem Chantico-Terrassenofen herzustellen, untersuchen lassen. Mit diesem Ofen lässt sich kochen und Kohleherstellung miteinander verbinden. 

Das beruhigende Ergebnis der Untersuchung ist hier als download erhältlich.

Vergleich von Grenzwerten nach verschiedenen Verordnungen und dem EBC

Hier eine Tabelle mit den derzeit (2016) geltenden Grenz-, bzw. Vorsorgewerten für chemische Verbindungen - hier Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) - die als krebserregend eingestuft sind. Mit der Zertifizierung von Pflanzenkohlen nach dem EBC (hier insbesondere PAKs und Schwermetalle) wird dem Vorsorgeprinzip Rechnung getragen. 

Hier die Tabelle auch als download zur besseren Lesbarkeit.

Entsprechend wäre es folgerichtig und sinnvoll, in der Düngemittelverordnung (DüMV) EBC-zertifizierte Pflanzenkohle zuzulassen, oder die entsprechenden Vorgaben aus dem EBC in Deutschland in entsprechenden Verordnungen anzupassen.

Unverständlich erscheint, dass entsprechend der in 2015 geänderten DüMV nur noch Holzkohle mit einem Kohlenstoffgehalt (C-gehalt) in der Trockenmasse (TM) von 80% als Bodenhilfsstoff, Zuschlagstoff für Substrate oder Träger für Düngemittel zugelassen ist. Solche Werte sind in der Regel nur mit pyrolysiertem Kernholz zu erreichen. Ziel kann aber nicht sein, Bäume abzuholzen, um Pflanzenkohle herzustellen. Hingegen ist es in der Praxis schwer, mit holzhaltigen Resten aus der Landschaftspflege (zum Beispiel periodischem Heckenschnitt an Feldern, Rebschnitt, Baumschnitt aus Obstplantagen) so hohe C-Gehalte in der TM zu erreichen. Aber gerade dieses Material wäre ideal für die Herstellung von Pflanzenkohle direkt vor Ort bei größeren landwirtschaftlichen Betrieben, kommunalen Wertstoffannahmestellen oder Landschaftspflegeeinrichtungen, weil es nicht in Konkurrenz zu anderer Biomasste steht und regelmäßig in großer Menge anfällt. Im EBC wird deshalb für die Zertifizierung von PFlanzenkohle vernünftigerweise ein Minimum von 50% C in der TM vorausgesetzt, was mit diesem Landschaftspflegematerial gut zu erreichen ist.



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Rundbrief 2017

Hier können Sie sich unseren aktuellen Rundbrief downloaden.

 

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