Terra Preta Kulturtechnik nicht nur im urbanen Raum

In den letzten Jahren hat sich weltweit eine engagierte Szene von Wissenschaftlern, BäuerInnen, GärtnerInnen und Urban-Garding-Interessierten vernetzt, um eine uralte Technik wieder zu beleben. Diese Bewegung versteht sich als Alternative zu eine agroindustriellen Landwirtschaft, die mit Glyphosat, Chemiedünger und vielfältigen Pestiziden glaubt, die Ernährungssicherheit der Menschheit zu sichern. Die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft, die Ertragssteigerung und deren Unabhängigkeit von teuren Düngemitteln ist dabei das wesentliche Ziel. 

Mit Hilfe der Terra Preta - Technik zeigen die vielen Akteure des weltweiten Netzwerkes, wie auf kleiner Fläche hohe Erträge erwirtschaftet werden können und dabei alle organischen Stoffe im Kreislauf geführt werden. Pflanzenkohle (biochar), die möglichst aus dem jährlichen Heckenschnitt (Landschaftspflege), dem Fällen invasiver Gehölze oder anderer unbelasteter organischen Resten durch Pyrolyse hergestellt wird, spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein System, das weltweit fast preisneutral die eigene Herstellung von Pflanzenkohle ermöglicht, ist das von Hans-Peter Schmidt und Kollegen entwickelte KonTiki-System. Zwei Jahre lang wurde es in vielen kleinbäuerlichen Regionen Nepals in verschiedenen klimatischen Zonen praktisch getestet und hat sensationelle Erfolge erbracht.

Die Pflanzenkohle wird in einem zweiten Schritt aufgeladen: Entweder indem sie mit wertvollem flüssigen Dünger (oder Gülle, Urin) abgelöscht wird oder mit sonstigen organischen Abfällen (Gemüsereste, Rasenschnitt, Mist, Laub) kompostiert wird und so reift und ebenso mit Nährstoffen aufgeladen wird. Die große Oberfläche von Pflanzenkohle und ihre besonderen Eigenschaften binden Nährstoffe in großer Menge und bieten zudem Mikroorganismen ein Habitat, auch Pilze, die das Bodenleben fördern. Neben dem Speichereffekt für Nährstoffe (Stickstoff (N), Phosphat, Kalium, Calcium u.a.) wird insbesondere in sandigen Böden die Wasserhaltefähigkeit verbessert. Durch die Mitkompostierung von Pflanzenkohle entstehend Pflanzenkohle-Ton-Humus-Komplexe, die entscheidend den Boden verbessern. 

Da am Anfang in der Regel immer nur wenig wertvolle aufgeladene Pflanzenkohle zur Verfügung steht, ist es sinnvoll, diese gezielt einzusetzen: Nicht dünn über den Acker streuen, sondern z.B. in die Saatrillen von Mais; als Unterfußdüngung von Kartoffeln, Zwiebeln oder Obstbäumen.

Die Anwendung der Terra Preta-Technik ist für viele Klimazonen sinnvoll und möglich; nicht - wie ursprünglich gedacht - nur in tropischen Zonen. Bereits in Klostergärten, bei den Vikingern und vielen anderen Kulturen gab es darüber viel Wissen, dass offensichtlich aber vielerorts verloren gegangen ist und nun durch Wissenschaftler an vielen Orten wieder entdeckt und erforscht wird.  

Es ist also auch eine hervorragende Chance für unsere gemäßigten Zonen, um organische Stoffe im Kreislauf zu führen und um auf den Einsatz von Chemie weitestgehend zu verzichten. Gerade deshalb werden diese uralten - neuen Ideen von denjenigen besonders bekämpft, in Frage gestellt, verunglimpft und kritisiert, die Sorge haben, dass sie dauerhaft hier einen Absatzmarkt verlieren könnten!

Welche Chancen in unseren Klimazonen der Einsatz von Pflanzenkohle hat zeigen folgende Links:

Whitepaper: Pflanzenkohle in der Tierfütterung

Nährstoffbindung in Gülle

Güllebehandlung mit Pflanzenkohle

Chiemgauer Schwarzerde

Sonnenerde - Kompostwerk und Pflanzenkohle in Österreich

Terra Preta Herstellung im Garten und in der Landwirtschaft

Wir werden weitere interessante Links laufend ergänzen!
Bei Rückfragen: bund.hannover@bund.net

Hannover, den 21. Juli 2016
Sibylle Maurer-Wohlatz



Hier ist noch der Veranstaltungskalender 2016 - für 2017 folgt er bald. Termine, die hier nicht aufgeführt sind, finden Sie unter "Aktuelle Termine", die kontinuierlich aktualisiert werden. Hier unsere Pflanzenbörsen 2017.

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