Wildbienen: Emsige Sammler

Weibliche Frühlingspelzbiene an Stiefmütterchen
Andrena flavipes (links) und Osmia caerulescens (rechts) an Hauswurz, beides Männchen

Nachfolgend eine eher zufällige Auswahl der bei uns in der Region Hannover vorkommenden solitären Wildbienen. Die oft sehr deutlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden im folgenden nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. Nur so viel:

Männchen sind meist etwas kleiner, schlanker und langfühliger, da ihre Fühler meist 13 Glieder aufweise, die der Weibchen dagegen nur 12. Ihr "Gesicht" wird häufig durch weiß- oder gelbliche Haare geprägt. Sie kümmern sich nicht um den Nachwuchs und brauchen deshalb auch keine Vorrichtung zum Pollensammeln. Die weiblichen Wildbienen sind dagegen alle emsige Sammler, die unermüdlich Nektar und Pollen ins Nest eintragen.

Um an einem Beispiel zu zeigen was sich in einer Wildbienen-Brutröhre alles abspielt:

 

Mal kurz in die Röhre geschaut...

Die Rostrote Mauerbiene sucht eine bis zu 10 cm lange und 6-7 mm weite Niströhre, in die sie bis zu 30 Zellen hintereinander anlegen kann. In die hinteren Zellen legt sie befruchtete Eier, aus denen später Weibchen schlüpfen. Jede Zelle wird mit einem Pollen- und Nektarklumpen versorgt, bevor das Ei abgelegt und die Zelle mit einem Lehm-Speichel-Gemisch verschlossen wird. In die vorderen Zellen mit den unbefruchteten Eiern wird weniger Proviant eingebracht, da die Männchen früher schlüpfen und auch erheblich kurzlebiger sind.

Tag der Eiablage am 16. Mai 2017

Osmia bicornis ist allerdings nicht wählerisch bei der Nistplatzwahl, sondern nimmt so ziemlich alles, was dafür auch nur entfernt infrage kommt. Paul Westrich nennt 18 teilweise recht bizarre Varianten bis hin zu einem Mopedauspuff. Nicht minder variabel ist auch die Anzahl der angelegten Zellen. In unserem Beispiel vom Badebornteich war die Biene z.B. schon nach nur vier bestückten Zellen in einem Wildbienen-Schaukasten zufrieden. Das Foto links entstand am Tag der Eiablage am 16. Mai 2017. Die Bilder darunter zeigen die Entwicklung nach drei bzw. fünf Wochen.

Drei Wochen nach der Eiablage
Fünf Wochen nach der Eiablage

Frühlings-Pelzbiene, Anthophora plumipes

März bis Mitte Juni. Erinnert mit ihrem 14 mm, dem dichtem Pelz, der pummeligen Figur und dem lauten Fluggeräusch an eine Hummel. Der rasante Flug gleicht jedoch eher dem von Kolibris oder Libellen. Das Foto links zeigt eine männchliche Pelzbiene.
Die Weibchen (Fotos unten) graben sich Gänge in Steilwände (Lehm) und hinterlassen einen weiß gefärbten Verschluss. Häufig auch an Nisthilfen.
Parasiten: Trauerbienen, Pelzbienenölkäfer, Trauerschweber.

Frühlings-Pelzbiene, w, helle Form
Frühlings-Pelzbiene, w, dunkle Form

Vierfleck-Pelzbiene, Anthophora quadrimaculata

Im Gegensatz zur Frühlings-Pelzbiene ist diese Pelzbiene eine ausgesprochene Sommerart. Sie fliegt von Mai bis August. Auffallend sind die hell-grünen Augen.

Die Nistgänge werden in Steilwänden und Abbruchkanten aus Löss oder Lehm selbst gegraben, gerne auch in Nisthilfen. Bei uns im Norden ist diese Art deutlich seltener als im Süden.

Gemeine Sandbiene, Andrena flavipes

Eine von über 100 Sandbienenarten in Deutschland. In zwei Generationen von April bis August. Der Honigbiene ziemlich ähnlich, aber mit stärker betonten hellen Streifen am Hinterleib. Häufig. Gräbt sich Niströhren in sandige oder lehmige Böden.

Das Foto links nahm Eckhard von Holdt am Kronsberg auf. Die Fotos unten entstanden in Ronnenberg und am Badebornteich. Parasit: Wespenbienen.

Andrena flavipes, frischgeschlüpftes Männchen
Andrena flavipes, abgeflogenes Weibchen

Zaunrüben-Sandbiene, Andrena florea

Sie ist die Wildbiene des Jahres 2015. Im gleichen Jahr wurde sie von Rolf Witt erstmals in Hannover auf der Alten Bult nachgewiesen. Inzwischen scheint sie sich bei uns fest etabliert zu haben: Das nebenstehende Foto hat Eckhard von Holdt am 1. Juni 2017 nahe der Dornröschenbrücke aufgenommen. Bei einem Kontrollgang wenige Tage später ließen sich die Bienen auch noch an drei anderen Stellen an Bryonia-Blüten blicken, besonders viele an der Waldorfschule am Maschsee. Laut Paul Westrich markiert die Linie Niederrhein-Hannover-Berlin derzeit die nördliche Verbreitungsgrenze von Andrena florea (persönliche Mitteilung).

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Zaunrüben-Sandbiene oligolektisch auf den Pollen der Zaunrübe (Bryonia) angewiesen, ein in Niedersachsen selten gewordenes Kürbisgewächs, von dem es zwei Arten gibt: Die Weiße Zaunrübe ist in Hannover praktisch verschwunden, und von der Rotfruchtigen oder Zweihäusigen Art (Bryonia dioica) sind nur noch Restbestände vorhanden. Erschwerend kommt hinzu, dass nur die männlichen Pflanzen Pollen liefern. Deshalb haben wir vom BUND Region Hannover im Herbst 2015 einige der roten Früchte geerntet, Jungpflanzen gezüchtet und im Herbst 2016 auf der Alten Bult ausgepflanzt. Mit Erfolg: Bei einem Kontrollgang Ende Juni 2017 fanden wir dort insgesamt 35 blühende Zaunrüben, davon ca. 15 Jungpflanzen!

Rotschopfige Sandbiene, Andrena haemorrhoa

Das Bienchen links sonnt sich am Burgberg bei Bevern auf einer Frauenschuhblüte. Die Art ist jedoch auch in der Region recht häufig vertreten, wie die untenstehenden Fotos vom Badebornteich zeigen. Diese Sandbienenart kommt in vielen unteschiedlichen Lebensräumen vor und ist auch nicht auf bestimmte Blüten angewiesen.  Andrena haemorrhoa ist von April bis Juni aktiv. Ihr Kuckuck ist die Wespenbiene Nomada ruficornis.

Rotschopfige Sandbiene, Weibchen
Rotschopfige Sandbiene, Männchen

Weiden-Sandbiene, Andrena vaga

Dieses (weibliche) Exemplar wurde zwar nahe Helstorf abgelichtet, Weiden-Sandbienen sind jedoch auch in der Region überall relativ häufig, wo es Weiden und Sandböden gibt. Die Männchen fliegen schon Ende Februar, die Weibchen ab Mitte März. In geeignetem Gelände entstehen oft große Kolonien mit hunderten Bodennestern, die nach jedem Sammelflug wieder zugescharrt werden. Das hilft freilich wenig gegen die Wespenbiene Nomada lathburiana.

Fuchsrote Lockensandbiene, Andrena fulva

Fraglos eine unserer auffälligsten und hübschesten Bienen mit ihrem leuchtend gelb-roten Pelz, der später etwas verblasst und damit den Trivialnamen Goldbiene rechtfertigt. Im April und Mai sind die Weibchen relativ häufig auch in (naturnahen!) Gärten unterwegs wie hier in Benthe. Sie nisten gerne in lückenhaftem Rasen, auf Trampelpfaden oder zwischen Wegplatten rund einen halben Meter tief in der Erde. Wichtiger Bestäuber, fliegt besonders auf Johannis- und Stachelbeerbüsche. Kuckuck: Nomada signata und panzeri.

Andrena fulva an Johannisbeerblüte
Sonnenbad auf Gartenschlauch

Zweifarbige Sandbiene, Andrena bicolor

Eine häufige, schon im März fliegende Sandbiene, die in frischem Zustand an ihrer rotbraunen Brustoberseite, den schwarzen Gesichtshaaren, hellen Tergitbinden und den braungelben Beinbürsten relativ gut erkenntlich ist. Gräbt ihre Niströhren bis zu einem Meter tief (!) in die Erde und stellt dabei keine Ansprüche an die Bodenstruktur. Zwei Generation im Jahr, wobei die 2. Generation ganz besonders auf Glockenblumen fliegt.

Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornis

Ende März bis Ende Juni. Eine sehr anspruchslose und anpassungsfähige Art, und deshalb auch im Siedlungsbereich weit verbreitet. Häufig an Nisthilfen, aber auch in allen möglichen anderen Hohlräumen mit etwa 5-7 mm Durchmesser. Hier ist zu sehen, was sich hinter dem grob gemauerter Verschluss abspielt. Auffallende Hörnchen am Kopfschild. Oberseits orange-braun. Etwa so groß wie Honigbiene. Im Bild ein Weibchen. Parasit: Taufliege, Trauerschweber.

Paarung: 3 Männchen umklammern 1 Weibchen
Sie hat die Tortur bereits hinter sich

Gehörnte Mauerbiene, Osmia cornuta

Fliegt schon Anfang März bis Anfang Juni. Häufig an Nisthilfen, sofern die Gänge zuvor noch nie besetzt waren. Verschluss grob gemauert. Sehr auffallend durch die langen "Hörner", den schwarzen Thorax und das leuchtend rot bepelzte Hinterteil. Die Männchen sind an ihrem weißen Gesicht zu erkennen. Parasit: Taufliege (aber eher selten), Trauerschweber.

Zweifarbige Schneckenhausbiene, Osmia bicolor

Die Wildbiene des Jahres 2013 hat Hartmut Morgenthal fotografiert. Sie ähnelt der gehörnten Mauerbiene. Meist zwei Generationen. Besiedelt ausschließlich Schneckenhäuser, und betreibt dabei als einzige Biene eine aufwändige Brutfürsorge: Nachdem die Öffnung sorgfältig zugemauert und zur Erde hin umgedreht wurde, wird das Haus mit einem Gemisch aus Pflanzenteilen und Speichel grün getarnt und unter Gras, Tannennadeln und Ähnlichem versteckt.

(Große) Glockenblumen-Scherenbiene, Osmia (Chelostoma) rapunculi

Anfang Juni bis Ende August. Streng an Glockenblumen gebunden, dadurch fallen die Weibchen oft durch ihren weißen Pollen-Bauch auf. Ähnlich wie auch die Hahnenfuß-Scherenbiene schwarz, schlank und relativ klein (8-10 mm), aber mit kurzen Mandibeln. Auffallend dunkler, fast schwarzer Nestverschluss. Parasit: Keulenwespe Sapyga clavicornis.

Glockenblumen bieten Pollen und Nektar...
... und ein trockenes Plätzchen zum Schlafen

(Kleine) Glockenblumen-Scherenbiene, Osmia (Chelostoma) campanularum

Dieser nur etwa 5 mm große Winzling ist wie die größere Schwesternart (s.o.) auf Glockenblumengewächse angewiesen. Im Foto ein Männchen auf Rundblättriger Glockenblume (Campanula rotundifolia). Die Männchen erscheinen etwa Mitte Juni, die Weibchen etwas später. Sie nehmen gerne Nisthilfen an, falls dort Bohrungen oder Halme mit nur 2-3 mm Durchmesser vorhanden sind. (Anmerkung: Chelestoma distinctum sieht praktisch gleich aus, ist laut Scheuchl in Niedersachsen aber noch nicht nachgewiesen).

Hahnenfuß-Scherenbiene, Osmia (Chelestoma) florisomne

Mitte April bis Mitte Juli. 7-11 mm. Schwarz mit hellen Streifen am Hinterleib. Im Gegensatz zur Glockenblumen-Scherenbiene lange, scherenartige Oberkiefer. Auf Hahnenfußgewächse spezialisiert, dadurch oft gelbe Bauchbürste. Parasit: Keulenwespe Sapyga clavicornis.

Sie kann sich noch so viel Mühe geben...
...die Keulenwespe wird ins Nest eindringen!

Gemeine Löcherbiene, Osmia (Heriades) truncorum


Mitte Juni bis September sehr häufig an Nisthilfen. Besetzt am liebsten kleine Bohrlöcher oder Röhrchen (3-4 mm), weicht aber ggf. auch auf größere Öffnungen aus.
Die Niströhren werden vor der Eiablage jeweils gründlich geputzt und ausgeräumt, egal ob es Reste vom Vorjahr sind, oder auch die frisch bestückte Niströhre einer Nachbarin (Fotos unten).

Löcherbienen sind nur 6-8 mm groß, schwarz und - sofern weiblich - fast immer mit knallgelbem Pollenbauch. Auf dem Foto links schaut allerdings ein Männchen aus der Röhre.

Parasiten: Keulenwespe Sapygina decemguttata, Holzschlupfwespe, Düsterbiene, Trauerschweber.

Auch Spinnen können gefährlich werden...

Während sie sich mit einer XXL-Röhre abmüht,
hatte sie offensichtlich das bessere Augenmaß
Hier wird eine Made der Nachbarin geklaut,
und samt Vorräten aus dem Nest geräumt

Stahlblaue Mauerbiene, Osmia caerulescens

Die Farbe trifft nur auf die Weibchen mehr oder weniger zu (Foto). Die Männchen schmücken sich dagegen mit einem gelb-braunen Pelz und auffallend grünen Augen. Zellwände und Nestverschluss werden aus zerkautem Blatt-, seltener auch aus Blütenmaterial gemauert. Stahlblaue Mauerbienen sind weit verbreitet und häufig auch an Nisthilfen. Die Flugzeiten reichen von März bis zum Herbst mit einer zweiten Generation ab Juli. Parasiten: Keulhornwespen (Sapyga clavicornis und Sapyga quinquepunctata).

Hier ein Männchen: Von wegen "stahlblau"...
Noch ein Männchen auf Brautschau

Natternkopf-Mauerbiene, Osmia adunca

Dieses Foto enstand (leider) nicht in der Region, sondern am Rande der Schwäbischen Alb an einem Kalk-Magerrasen-Südhang in Blaubeuren. Rolf Witt hat die Art jedoch 2015 auch in Hannover nachgewiesen („Kinderwald“ zwischen A2 und Mittellandkanal). Osmia adunca ist streng auf Natternkopf  angewiesen. Die Art ist bundesweit zwar noch verbreitet, in Niedersachsen jedoch stark gefährdet. Das Foto zeigt ein Weibchen an Gewöhnlichem Natternkopf (Echium vulgare).

Gemeine Maskenbiene, Hylaeus communis

Mai bis Ende Juli, mitunter 2. Generation im Frühherbst. 4-7 mm, schwarz, unbehaart, mit gelber oder weißer Gesichtszeichnung (Maske). Verschließt ihre 2-4 mm breite Niströhre mit durchsichtigem Häutchen. Parasit: Schmalbauchwespen.

Gemeine Seidenbiene, Colletes daviesanus

Eine häufige, 7-9 mm kleine Sommerart, die besonders gerne Rainfarn aufsucht. Kennzeichnend ist ihr braun bepelzter und leicht gewölbter Rücken, der ihr auch zu dem Trivialnamen „Buckel-Seidenbiene“ verhalf. Sie nistet im Gegensatz zu anderen Seidenbienen nicht im Boden, sondern in Steilwänden, gerne auch in Lehm-Nisthilfen. Der Nestverschluss besteht (wie auch bei den eng verwandten Maskenbienen) aus einem cellophanartigen Häutchen, das allerdings nicht am Röhrenausgang angebracht wird, sondern über 1 cm zurückversetzt.

Garten-Blattschneiderbiene, Megachile willughbiella

Juni bis Ende August, manchmal  noch eine zweite Generation. Häufigste Blattschneiderbiene. Mit 12 bis 16 mm relativ groß. Ähnelt der Honigbiene. Fliegt schnell und gewandt mit lautem Fluggeräusch. Nistet im Totholz, in Mauerfugen und - wie man sieht - auch in Blumentöpfen. Typisch: Der nach oben abgewinkelte Hinterleib beim Pollensammeln. Die Biene im Foto bringt den Ausschnitt eines Hainbuchen-Blattes ins Nest. Parasit: Kegelbiene, Trauerschweber.

Mehrere Bienen benutzen denselben Eingang
Der Pollen wird mit dem Bauch gesammelt

Luzerne-Blattschneiderbiene, Megachile rotundata

Mitte Juni bis Mitte August. Mit 7-9 mm deutlich kleiner als Garten-Blattschneiderbiene, schlank, schwarz mit zarten weißen Binden am Hinterleib. Die Weibchen fallen meist durch eine weiße Bauchbürste auf. Im Süden erheblich häufiger als bei uns im Norden. In die Niströhren werden mitunter auch bunte Blütenblätter eingebaut. Parasit: Kegelbiene.

Die Elfenblume liefert jede Menge Nistmaterial,
aber manchmal findet sich auch eine Rosenblüte

Platterbsen-Mörtelbiene, Megachile ericetorum

Auch Heide-Blattschneiderbiene genannt: Eine mit 12-14 mm recht große und hübsche Biene. Dieses Weibchen hat Kirsten Wedlich an der sog. „Rodelbahn“ gegenüber der Gaim in Hannover fotografiert. Kennzeichnend sind vor allem die hellen Haarbinden am Hinterleib und der gelbe Pollenbauch. Pollen wird ausschließlich auf Schmetterlingsblütlern gesammlt, zur Nektaraufnahme werden jedoch auch Lippenblütler aufgesucht. Rolf Witt hat 2013 eine große Population dieser Art am Kronsberg nachgewiesen.

Garten-Wollbiene, Anthidium manicatum

Juli bis Ende August. Wildbiene des Jahres 2014. Männchen bis 18 mm, Weibchen kleiner. Äußerst rasante Flieger. Männchen verhalten sich sehr aggressiv gegen vermeintliche Konkurrenz. Auffallend durch wespenartige schwarz-gelbe Zeichnung am Hinterleib. Im Foto eine Paarung auf Ziest. Parasit: Düsterbiene.

Garten-Wollbiene, männlich, an Ziest
Garten-Wollbiene, weiblich, sonnenbadend

Gelbbindige Furchenbiene, Halictus scabiosae

Für weibliche Furchenbienen ist die „Furche“ am Hinterleibsende typisch. Die weit über hundert Halictus-Arten sind nur schwer zu unterscheiden; doch dies dürfte Halictus scabiosae sein. Furchenbienen entwickeln sich ähnlich den Hummeln im Frühjahr und paaren sich im Sommer. Während die Männchen danach sterben, überwintern die (befruchteten) Weibchen in ihren bis zu 60 cm tiefen Erdlöchern, um dort im kommenden Frühjahr ihren eigenen kleinen Bienenstaat zu begründen, falls sie nicht von einer Blutbiene (Sphecodes) daran gehindert werden.

Auen-Schenkelbiene, Macropis europaea

Dieses Weibchen (noch ohne Pollen) wurde von Georg Wilhelm zwar im Wendland aufgenommen, die Art fliegt im Hochsommer aber auch in unserer Region, z.B. an der Gracht in Herrenhausen. Sie ist an das Vorkommen von Gilbweiderich gebunden, dessen Blütenöl mit Pollen vermischt als Klumpen an den Hinterbeinen geheftet und so für den Nachwuchs in die Erdnester transportiert wird. Nektar ist als Beigabe unwichtig, wird jedoch für die Eigenversorgung benötigt.
Brutparasit ist die Schmuckbiene

Gemeine Schmalbiene, Lassioglossum calceatum

Eng verwandt mit Furchenbienen. Auch sie verpaaren sich in ihren Erdnestern, überwintern dort und gründen im Frühjahr ihren eigenen Staat. Die nur 8-10 mm großen Tierchen fliegen von März bis Oktober und sind weit verbreitet. Die verschiedenen Schmalbienenarten sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Die selteneren Männchen sind an ihren drei roten Tergiten erkenntlich; links ein Männchen, rechts zwei Weibchen. Das Foto wurde von Kirsten Wedlich am Kronsberg aufgenommen. Parasit: Blutbienen

Zottelbiene, Panurgus banksianus

In Deutschland gibt es nur drei Zottelbienenarten, zwei davon hat Rolf Witt 2013 auch an der Bult in Hannover nachgewiesen. Dies könnte eine Panurgus bankianus sein, aufgenommen auf dem Altendorfer Berg bei Einbeck. Zottelbienen müssen sich offenbar nicht nur vor verschiedenen Kuckucksbienen in Acht nehmen, sondern auch vor Waldameisen: Diese Biene wurde jedenfalls Augenblicke später  attackiert und getötet.

Braunbürstige Hosenbiene, Dasypoda hirtipes

Das Foto links entstand Ende Juli 2015 im Wendland: Das Weibchen entfernt sich hier rückwärts paddelnd von seiner Nisthöhle, um den eben ausgegrabenen Sand wegzuscharren. Diese etwa 12-15 mm großen Tierchen sind auf lockere und weitgehend vegetationsfreie Sandböden angewiesen; die Brutröhren werden bis zu 1 m tief in die Erde gegraben.

 

 

 


Braunbürstige Hosenbienen gibt es freilich auch in der Region Hannover. Rolf Witt hat sie an drei verschiedenen Standorten nachgewiesen. Die Fotos unten entstanden Mitte Juli 2016 am Rande eines Parkplatzes in Ronnenberg. Der gelbe Pollen mag irritieren, aber im Foto links ist deutlich zu erkennen, dass sich unter all dem Gelb etwas Braunbürstiges befindet...

Kuckucksbienen

Während andere Bienen unermüdlich Nester bauen sowie Pollen und Nektar sammeln, machen es sich andere bequemer: Sie lauern darauf, dass ihre potentielle Wirtsbiene zum Pollensammeln mal kurz „außer Haus“ ist, um ihre Eier rasch in das verlassene Nest zu mogeln. Die Schmarotzerlarven entpuppen sich später als undankbare Gäste: Sie dulden keine „Stiefgeschwister“ neben sich, sondern ernähren sich von ihnen und ihren Vorräten. Da Kuckucksbienen keine Brut versorgen müssen, brauchen sie auch keine Vorrichtung zum Pollentransport. Sie sind meist auffallend bunt und kaum behaart. Mehr dazu im Kapitel „Gegenspieler: Listige Faulpelze“:

Gemeine Trauerbiene, Melecta albifrons
Wespenbiene, Nomada lathburiana
Wespenbiene, Nomada goodeniana
Wespenbiene, Nomada ruficornis
Blutbienenart, Shecodes spec.
Schmuckbiene, Epeoloides coecutiens



Rundbrief 2017

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