Rückblick: Fachtagung „Wege zur Gebäudebegrünung in Großstädten“

21. Mai 2014 in Hannover

Fachtagung zur Gebäudebegrünung gut besucht
Gründächer für eine lebenswerte Stadt


Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet kamen am 21. Mai 2014 zur Fachtagung: „Wege zur Gebäudebegrünung in Großstädten“ des BUND Region Hannover und der Landeshauptstadt ins Neue Rathaus in Hannover. Vor allem Akteure aus den Bereichen Verwaltung, Politik, Wohnungswirtschaft und Landschaftarchitektur waren gekommen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Bedeutung Gebäudebegrünungen in der Stadt der Zukunft haben sollen. Zur Einstimmung in das Thema gab es nach einführenden Worten von Karin van Schwartzenberg, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt, und von Dr. Volker Wachendörfer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen Erfahrungsbericht zum Förderprojekt „Mehr Natur in der Stadt: Dach- und Fassadengrün in Hannover“. Das von der DBU und von AB InBev geförderte Projekt von BUND und Landeshauptstadt läuft seit Juli 2012 unter der Regie von Diplom-Biologin Jana Lübbert, die gemeinsam mit Dipl.-Biologen Gerd Wach mit einem umfangreichen Beratungs- und Förderangebot Hausbesitzer zu einer Begrünung ihrer Häuser bewegen wollen. „Die Resonanz für die Dachbegrünungen ist bislang sehr gut“, sagte Lübbert, die auf bereits über 1.200 Quadratmeter neu begrünte Dachflächen in Hannover hinwies. Für weitere 2.800 Quadratmeter Dachfläche lägen Anträge vor. „Besonders erfreulich: Es gibt erste Anfragen von Wohnungsbaugesellschaften und vier Anträge für Großprojekte von über 250 Quadratmetern!“

Kein Selbstläufer dagegen seien die Fassadenbegrünungen, sagte Wach und beklagte die allgemein festzustellende Zurückhaltung vieler Hauseigentümer bei Fassadenbegrünungen. „Die Sorge um die Bausubstanz oder um den Pflegeaufwand treibt viele Menschen um.“ Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangte auch Franz-Josef Gerbens, Technischer Leiter beim hannoverschen Wohnungsbauunternehmen Gundlach. Gerade in Mehrfamilienhäusern lehnten einige Mieter oder einzelne Eigentümer eine Fassadenbegrünung kategorisch ab. Nach Ansicht des BUND-Experten Wach, der die Sorgen hinsichtlich der Bausubstanz für in der Regel unbegründet hält,  muss daher noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Wir brauchen attraktive Beispiele und gute Vorbilder für gelungene Hausbegrünungen!“ Die Stadt als Eigentümer vieler Schulgebäude könnte da Akzente setzen. Wach plädierte für weniger hochwüchsige aber ebenso schöne Rankpflanzen wie Clematis, Pfeifenwinde oder Kletterrose, die eine Alternative zu den Selbstklimmern Efeu oder Wilder Wein böten. Und mit Spalierobst könne man den Menschen eine Fassadenbegrünung regelrecht schmackhaft machen.

Wenngleich es auf die Frage, auf welche Weise die Städte am effektivsten zu begrünen sind, keine einfachen Antworten gab, herrschte doch große Einigkeit darüber, dass Gebäudebegrünungen ein unverzichtbarer Bestandteil der innerstädtischen Bebauung sein oder werden sollten. Damit es mit der Begrünung schneller voran gehe, solle die Stadt beispielsweise für dicht bebaute Stadtteile eine Dachbegrünungssatzung beschließen, forderte Wach in einer abschließenden Podiumsdiskussion. Alle Referenten betonten die positiven Effekte der Pflanzen auf das Stadtklima, auf die biologische Vielfalt und nicht zuletzt auf die Lebensqualität in der Großstadt. Für Elisabeth Czorny vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün sind Gründächer gar ein zentraler Baustein in der städtischen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. „Gründächer kühlen die Umgebung und reduzieren den sommerlichen Hitzestress in der Stadt, den wir in Zukunft deutlich stärker zu erwarten haben“, sagte die Leiterin des Bereichs Umweltschutz. Auf die Frage, wie sie sich eine zukunftsfähige Stadt vorstelle, antwortete Czorny: „Viel Grün, wenig Autos, ein gutes Lebensgefühl!“ und sprach damit wohl den meisten Anwesenden aus der Seele.                       

Foto: Dr. Volker Wachendörfer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Gerd Wach vom BUND tauschten sich über das Förderprojekt aus.
Foto: Referentin Elisabeth Czorny und Klaus-Dieter Bonk vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün nutzten die Pause zum Erfahrungsaustausch.

Programm

09.30 Uhr Einlass

10.00 Uhr Begrüßung und Grußworte 

  • Geschäftsführender Vorstand
    Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Niedersachsen e.V., Kreisgruppe Region Hannover
  • Sabine Tegtmeyer-Dette
    Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover (LHH)
  • Dr. Volker Wachendörfer
    Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Förderprogramm, Projekt  und Projektergebnisse

10.15 Uhr

  • Das Förderprogramm zur Dach- und Fassadenbegrünung in Hannover als ein Beitrag des Biodiversitätsprogramms
    Dr. Heino Kamieth
    Fachbereich Umwelt und Stadtgrün (LHH)
    Leitung Bereich Forsten, Landschaftsräume und Naturschutz

10.30 Uhr

  • Das Projekt „Mehr Natur in der Stadt: Dach- und Fassadengrün in Hannover“
    Jana Lübbert
    BUND Kreisgruppe Region Hannover

10.45 Uhr

  • Projektergebnisse im Bereich Dachbegrünung
    Jana Lübbert
    BUND Kreisgruppe Region Hannover

11.30 Uhr Kaffee-/Teepause

11.45 Uhr

  • Projektergebnisse im Bereich Fassadenbegrünung
    Gerd Wach
    BUND Kreisgruppe Region Hannover

12.30 Uhr Mittagspause

Wege zur Gebäudebegrünung in Großstädten

13.30 Uhr

  • Vielfältige Möglichkeiten der Dachnutzung und Gebäudebegrünung sowie Aufgaben und Ziele der FBB
    Martin Kruse
    Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB)

13.55 Uhr

  • Realisation und Akzeptanz von Begrünungen im Wohnungsbau
    Franz-Josef Gerbens
    Gundlach GmbH & Co. KG
    Technische Leitung 

14.20 Uhr

  • Dachbegrünung als ökologischer Standard im kommunalen Einflussbereich
    Elisabeth Czorny
    Fachbereich Umwelt und Stadtgrün (LHH)
    Leitung Bereich Umweltschutz

Die begrünte Stadt der Zukunft

14.45 Uhr Kaffee-/Teepause

15.00 Uhr Podiumsdiskussion

„Welche Rolle spielen Gebäudebegrünungen in der Stadt der Zukunft?“

  • Martin Kruse / FBB
  • Franz-Josef Gerbens / GUNDLACH
  • Gerd Wach / BUND
  • Elisabeth Czorny / LHH

16.00 Uhr Fazit und Verabschiedung

16.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Moderation: Silke Inselmann

Einladung mit Programm (PDF)



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