Als wechselwarme Tiere regulieren Eidechsen ihre Körpertemperaturen dadurch, dass sie gezielt Bereiche mit ihnen zusagenden Temperaturen aufsuchen. Daher sind vielfältig strukturierte Lebensräume besonders günstig für Reptilien. Wenn die ersten Sonnenstrahlen wärmen, sitzen die Tiere gerne vor dem Bau und lassen sich aufheizen. Ein bevorzugter Sonnenplatz ist Totholz, denn Tau und Regen trocknen hier schnell ab, das Material isoliert gut und gewährt den Tieren interessante Ausblicke auf Beute und Artgenossen. Ausreichend erwärmte Eidechsen sind beweglicher und schneller, sie können sich nun anderen Tätigkeiten wie beispielsweise der Nahrungssuche widmen. Schutz vor Überhitzung finden sie im Schatten von Gebüschen, in feuchteren Bereichen oder auch durch den Rückzug in ihren Bau.
Keine Kostverächter
Zauneidechsen fressen die Beutetiere, die in ihren jeweiligen Lebensräumen häufig vorkommen. Sie sind keine Kostverächter und nehmen alles, was schmeckt. Gerne fressen die Tiere Heuschrecken; nur Asseln mögen sie nicht. Die Eidechsen müssen im Sommer Energievorräte für den Winter und die kräftezehrende Fortpflanzungszeit im Frühjahr anlegen. Der Schwanz ist ein wichtiger Fettspeicher. Eine Eidechse ohne Schwanz wird deshalb Probleme haben, über den Winter zu kommen. Aber der Schwanz kann auch lebensrettend sein. Er wird bei Gefahr aktiv abgeworfen. Nach dem Abwerfen bewegt sich der Schwanz noch eine Zeit lang und lenkt so Verfolger ab.
Rüdes Paarungsverhalten
In der Paarungszeit geht es scheinbar hart zu: Bei ritualisierten Kämpfen beißen sich die Männchen kräftig in den Hinterkopf. Der sogenannte Paarungsbiss dient dazu, die Stimmungen von Männchen und Weibchen zu koordinieren.
Die Paarungen erfolgen überwiegend im April und Mai. Im Laufe des Sommers folgen die Eiablagen. Die Weibchen legen ihre Eier nachts ab, wobei sie mühsam Höhlen in den Sand graben. Das Ausbrüten der Eier übernimmt die Sonne. Wenn alles gut geht, sind ab Mitte August Schlüpflinge zu beobachten. Nach der Eiablage ist das Weibchen entkräftet und eingefallen. Wenn dann der Sommer kalt und regenreich wird, sterben entkräftete Weibchen im folgenden Winter, weil sie sich nicht von der Eiablage ausreichend erholen konnten und die Zeit nicht für die Anlage genügender Fettvorräte reichte.