Pressemitteilungen 2016

BUND und Koldinger pflanzen 20 Hochstamm-Obstgehölze zu Winterbeginn

Am Samstag, den 3. Dezember wird die BUND Ortsgruppe in Pattensen, Ortsteil Koldingen auf einem breiten Ackerbegleitstreifen, der der Stadt Pattensen gehört, mit den Landwirten und Ortsrat aus Koldingen eine Reihe mit 20 Hochstamm-Obstgehölzen pflanzen. Es handelt sich dabei um alte Obstsorten, die leider im kommerziellen Anbau immer weniger genutzt werden. Außerdem werden wir zwischen den Bäumen eine Blumenwiese ausäen, die im kommenden Frühjahr schon die Wanderer erfreuen wird, die am Ortsrand von Koldingen spazieren gehen werden. Dabei handelt es sich um zertifiziertes regional heimisches Saatgut. Als kleine Krönung wird eine Sommerlinde gepflanzt, die mit ihrer Nektartracht besonders wertvoll für Honig- und Wildbienen ist. Die Bäume und die Blütenpflanzen sind ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität im ländlichen Raum, denn Wildbienen, Vögel und andere Tiere finden immer weniger Nahrung und Lebensraum in der Agrarlandschaft.

Die Pflanzung alter Apfelsorten rückt nicht nur in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, weil damit unsere stark bedrohte Sortenvielfalt erhalten wird, sondern auch aus gesundheitlichen Aspekten: In einem Projekt der Charité zu Berlin untersuchen Allergologen mit Freiwilligen das interessante Phänomen, dass viele alte Apfelsorten auch von Apfelallergikern sehr gut vertragen werden und in manchen Fällen sogar geheilt werden können! Das liegt an den sehr gesunden Phenolen in diesen alten Sorten, die mittlerweile heraus gezüchtet wurden, weil aufgeschnittene Äpfel an der Schnittstelle leicht braun werden. In den immer süßer werdenden neuen Sorten sind diese kaum noch vorhanden. Wer mehr zum Thema erfahren möchte, kann sich auf der Seite vom BUND Lemgo informieren: www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html

Dank der Niedersächsischen BINGO Umweltstiftung und dem ehrenamtlichen Engagement Koldinger BürgerInnen und Landwirte sowie der BUND Ortsgruppe Pattensen wird dies überhaupt erst möglich sein! Für die fleissigen HelferInnen und Gäste gibt es auch eine Stärkung nach getaner Arbeit.

Rückfragen: Sibylle.Maurer-Wohlatz@bund.net

BUND, NABU: Schaffen niedersächsische Landesforsten vollendete Tatsachen? - Naturschutzverbände bitten Landesregierung, den Einschlag von Alteichen in vorgeschlagenen Naturwäldern zu stoppen

Kartenausschnitt des Verbändevorschlags Hangfußwälder bei Egestorf

7. November 2016 - Im Zuge der Diskussion zur "Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt" sollen in Niedersachsen 10 Prozent der Landeswaldfläche dauerhaft einer natürlichen Waldentwicklung (NWE) überlassen werden. BUND und NABU in Niedersachsen hatten dies begrüßt und Vorschläge zu Gebietsausweisungen übermittelt – verbunden mit einem Einschlagsmoratorium in den schutzwürdigen Waldflächen.

Am Hangfuß des Norddeisters, dem hannoverschen Hausberg, ist auf einer Fläche von ca. 39 Hektar urwüchsiger Eichen-Buchenwald erhalten geblieben. Weil in Niedersachsen solche wertvollen, quellreichen Wälder mit geschlossenem Bestand alter Laubbäume sehr selten geworden sind, haben die Naturschutzverbände bei der Bürgerbeteiligung zur Auswahl der Gebiete für eine natürliche Waldentwicklung dieses Waldstück als "Urwald von Morgen", also als Naturwald, vorgeschlagen. Der Prozess der Gebietsauswahl nach der Bürgerbeteiligung läuft aktuell.

Nun ziehen sich bis in das Herz dieses vorgeschlagenen Naturwaldes breite und tiefe Schlammschneisen. Am Wegrand liegen neben Eschen, Hain- und Rotbuchen auch ca. 70 dicke Alteichen. Weitere, besonders schöne Alteichen, sind bereits zum Fällen markiert. Greenpeace, BUND und NABU sind entsetzt: Mitten im Prozess der Gebietsauswahl nach der Bürgerbeteiligung schaffen die Landesforsten hier vollendete Tatsachen. Naturschutzverbände bitten deshalb die Minister für Umwelt und für Landwirtschaft, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, bevor noch mehr Schäden am Tafelsilber unseres Naturerbes entstehen und die NWE-Gebietskulisse fertiggestellt ist.

Da die Naturschutzverbände die Gefahr bereits früh sahen, dass in potentiellen Naturwäldern kurz vor Ausweisung noch die wertvollsten, alten Bäume gefällt und verkauft werden, hatten sie vehement ein Einschlagsmoratorium in diesen Gebieten gefordert, damit der Wert der von vorgeschlagenen Flächen nicht durch Fällungen beeinträchtigt wird. Nun hat sich leider bestätigt, wie berechtigt diese Sorge war. Die Verbände heben die Bedeutung alter, naturnahen Eichen-Mischwälder als einen unverzichtbaren Bestandteil im Netz der Wälder mit natürlicher Entwicklung hervor. Dies hatten auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung klar gezeigt.

Flächenbeschreibung des Verbändevorschlags "Für NWE vorgeschlagene Flächen":
Hangfußwälder bei Egestorf (Großer Deister), Region Hannover 9.5093:52.2743 ca. 39 ha:
Nachdem in den Vorjahren und auch aktuell im Umfeld massiv durchforstet wurde, handelt es sich hier wohl um das Waldstück im Landeswald, das noch am besten die wertvollen Laubmischwälder am Hangfuß des Norddeisters repräsentiert. Die hangabwärts gelegenen Flächen sind trotz des hohen Bestandsalters noch sehr geschlossen und stammzahlreich. Eingebettet in einen teils quelligen Hangfußwald aus Buche-Traubeneichen mit Übergängen in Stieleichen-Hainbuchenwald finden sich Erlen-Galerien entlang nicht eingetiefter Quellbäche sowie lediglich ein Lochhieb und eine kleine Eichenkultur und an einer Stelle in Einzelmischung Altfichten.


„Maßlos und rechtswidrig“ NABU und BUND kritisieren Planfeststellungsbeschluss für Mergelgrubenerweiterung in Misburg

Hannover, 10.10.2016. – Die Region Hannover hat den Antrag der Firma Heidelberg Cement genehmigt, die Mergelgruben bei Misburg und Anderten bis an den Rand des Misburger Waldes erheblich zu erweitern. Für die Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) wird damit eine maßlose und auch rechtswidrige Planung zugelassen, die sich gegen die Natur, aber auch gegen die Menschen richtet.
Nach dem jetzt vorliegenden Planfeststellungsbeschluss dürfen die ohnehin schon riesigen Abbauflächen im Osten der Stadt Hannover um 128 Hektar erweitert und damit in ihrer Größe fast verdoppelt werden. Damit soll die Fortsetzung des Abbaus bis zum Jahr 2069 gesichert werden.

Laichgewässer an der Zuschlagstraße zerstört

09.06.2016 BUND erstattet Anzeige: Nachdem der BUND Region Hannover in diesem Frühjahr zahlreiche Amphibien entlang des Schutzzaunes an der Zuschlagstraße sicher über die Straßen zu ihren Laichgewässern bringen konnte, mussten wir in der vergangenen Woche leider feststellen, dass die Gewässer der Amphibien zerstört wurden. Der BUND hat daher Anzeige erstattet. Mehr in der Pressemitteilung. Die Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde hier als download und beim Pflanzenschutzamt hier.

Kippt TTIP? Geheimdokumente sorgen für transatlantische Unruhe

1. April - 1. April - 1. April: Wie gerade aus aktuellen Recherchen einer bekannten Enthüllungs-Plattform bekannt wurde, konnte eine EU-Parlamentarierin (der Name wird aus Sicherheitsgründen hier nicht genannt) mit Hilfe einer neuen asiatischen Nano-Spy-Pirate (NSP)-Technik große Passagen aus dem transatlantischen Handelsabkommen im Lesesaal der Parlaments kopieren und der Enthüllungs-Plattform zur Verfügung stellen.

Beschwerde des BUND beim Bundesverkehrsministerium Trotz beispiellosen Kahlschlags – Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zeigt sich uneinsichtig

31.03.2016 – Mit der Zerstörung von Gehölzbeständen am Mittellandkanal hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Braunschweig (WSA) aus Sicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nicht nur gegen Recht und Gesetz verstoßen. Es zeigte sich auch völlig uneinsichtig, so dass der BUND sich jetzt an das zuständige Bundesverkehrsministerium wendet.

Grüne Dächer für Hannover: Förderprogramm ist verlängert

Hannover, 5. Februar 2016 – Begrünte Dächer erleben derzeit eine Renaissance. Viele Hausei-gentümer haben bereits die städtischen Fördermittel in Anspruch genommen und in den letzten Jahren eine Dachbegrünung in Angriff genommen.

Streusalz: Beschwerden über illegale Einsatz

5.1.2016 Viele Menschen beschwerten sich beim BUND, weil - trotz eindeutigem Verbots - auf Gehwegen Salz gestreut wird. Aber es gibt umweltfreundliche Alternativen, rät der BUND: Das mechanische Reinigen/Fegen und der Einsatz abstumpfender, salzfreier Streumittel (Sand, Splitt, Holzspäne). So bietet die Landeshauptstadt Hannover Kästen mit salzfreiem Streumittel kostenlos an im Rahmen des Winterdienstes. Der BUND kritisiert, dass viele Bau- und Supermärkte durch das palettenweise Anbieten von Streusalz suggerieren, dass der Einsatz erlaubt ist. Aber auch die Hausmeisterdienste machen es sich vielerorts leicht mit dem Streuen von Salz statt einer umweltfreundlichen Schneebeseitigung. Erlaubt und praktiziert wird der - allerdings eingeschränkte Salzeinsatz auf Hauptverkehrsstraßen und Radwegen aus Gründen der Verkehrssicherheit.

Die Reinigungspflicht von Gehwegen ist in der Straßenreinigungssatzung vom 7.6.13 der Region Hannover dokumentiert. Mit welchen Mitteln auf Gehwegen gereinigt werden darf, ist dem Flyer von aha zum Winterdienst zu entnehmen.



Aktueller Rundbrief

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Impressum:
Herausgeber
BUND Region Hannover
Redaktion
Sabine Littkemann und Georg Wilhelm

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