AG Klima - unsere Treffen

Die BUND Arbeitsgruppe Klima trifft sich nach Vereinbarung in der BUND Geschäftsstelle. In der Regel finden die Treffen an jedem zweiten Montag im Monat um 18.30 bis ca. 20.30 Uhr statt. Die aktuellen Termine sind auf dem Veranstaltungskalender der Website zu finden.

Die Arbeitsgruppe gestaltet ihre Arbeit mit eigenen Schwerpunkten und Themen. Voraussetzung für unsere Arbeitsgruppentreffen ist, dass wir einen verbindlichen thematischen Schwerpunkt haben; also immer dann, wenn sich eine Person aus der Arbeitsgruppe oder ein Gast bereit erklärt, einen Themenschwerpunkt mit einem Impulsreferat vorzutragen. Neue Interessierte sind jederzeit sehr willkommen. Bitte wenden Sie sich an die Geschäftsstelle.

Masterplan 100% Klimaschutz und Klima-Allianz Hannover

Klimaschutz ist in aller Munde; Landeshauptstadt Hannover, Region Hannover und enercity haben mit den 10 größten Unternehmen der Region eine Klima-Allianz 2020 gebildet, um sich freiwillig zu hohen Klimaschutzzielen zu verpflichten. In der Region Hannover wurde ein Masterplan erarbeitet, um bis 2050 eine klimaneutrale Region zu ermöglichen. Das setzt voraus, dass die Menschen in der Region in diesen Prozess "mitgenommen" werden. Erste verbindliche Vereinbarungen der Entscheidungsträger in der Region (Regionsparlament) wurden verabschiedet.

Klimakiller Verkehr - Ist Elektro-Mobilität eine Lösung?

Die erheblichen Energieemissionen aus dem Verkehr stellen weiterhin die Schwachstelle des Klimaschutzes dar. Die Energiebilanz des Jahres 2011 weist für Niedersachsen 17,2 Mio. Tonnen CO2 – Emissionen aus dem Verkehrssektor aus, 22 % aller CO2-Emissionen. Davon stammen über 90 % aus der Verbrennung von Mineralölen aus dem Straßenverkehr. Der Güterverkehr ist dabei seit der Wende weiter angestiegen, Effizienzsteigerungen der PKW wurden durch steigende KfZ-Zahlen und Fahrleistungen aufgezehrt.

Link zur Niedersächsischen Energiebilanz 2011

Die Frage ist, ob die Elektromobilitätsoffensive von VW und der Landeshauptstadt Hannover daran etwas substantiell ändern wird? Kritische Fragestellungen sind: Wie viele KfZ verträgt das Ballungsgebiet Hannover überhaupt noch? Wird dadurch die Verkehrssicherheit (Hohe Unfallrate von KfZ mit Fußgängern und Radfahrern in Hannover) beeinflusst? Wie wird der Strom für die E-Mobilität, auch für E-Bikes produziert? Wie sieht die Gesamtklimabilanz von der Wiege bis zur Bahre von E-Mobilität aus?

Radverkehr: klimafreundlich und gesund

Garantiert klimafreundlich ist die Nutzung des Fahrrades, mit dem bereits 19 % der Wege in der Stadt Hannover und 11 % der Wege im Umland zurückgelegt werden (2011). Die Stadt Hannover verfolgt mit ihrem Netzkonzept Radverkehr 2014 den Plan, Lücken auf Haupt- und Nebenrouten für Fahrradfahrer zu schließen und auf insgesamt 950 km auszubauen. U. a. sollen Hindernisse abgebaut, der Winterdienst verbessert und die Beschilderung erneuert werden. Dafür stehen in den nächsten Jahren 2,4 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Region Hannover arbeitet derzeit an einem „Handlungskonzept Radverkehr“, das neben der Verbesserung der alltäglichen Wege eine bessere Vernetzung der Kommunen in der Region vorsieht. Zudem sind in der Region Hannover zwei Radschnellwege (Garbsen-Hannover und Laatzen-Hannover) projektiert. Die erforderlichen Gelder in Millionenhöhe stehen derzeit allerdings leider nicht zur Verfügung.

Der BUND begrüßt diese Initiativen ausdrücklich, wünscht sich aber eine zeitnahe Umsetzung und klarere Strukturen bei der Bearbeitung der Problematik zwischen Stadt und Region.

Link zum „Netzkonzept Radverkehr

Treibhausgase aus der Landwirtschaft - zu wenig berücksichtigt

Leider wurden die Klimagase durch die Landwirtschaft sowie die Ernährungsweise in der Region Hannover bislang noch nicht berücksichtigt. In Niedersachsen beträgt der Anteil der klimawirksamen Emissionen aus der Landwirtschaft rund 27 Prozent der Gesamtemissionen (2013 veröffentlicht durch UGRdL). 

Dabei steigen die Methan- und Distickstoffoxid-Emissionen seit einigen Jahren aufgrund der übermäßigen Viehhaltung und dem steigenden Einsatz von  Wirtschafts- und Mineraldüngern in der Landwirtschaft wieder deutlich an. In Niedersachsen stammen 72 % der Methan-Emissionen und sogar 92 % der N2O-Emissionen aus der Landwirtschaft (2011).

Ein weiteres großes Problem stellt zudem die Moornutzung dar. Werden diese Flächen unter den Pflug genommen, werden durch den Abbau des Torfes große Mengen CO2 emittiert, im Jahr etwa 13,5 Mill. t CO2. Eine Herausnahme dieser Flächen aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung würde dem Umweltschutz gut tun und ist aus Klimaschutzgründen unbedingt erforderlich.

Link zur UGRdL

Mehr zu "Empfehlung für eine niedersächsische Klimaschutzstrategie", Regierungskommission Klimaschutz 2013 hier.

Kantinen ohne Fleisch aus Massentierhaltung?

Daher stellt sich für den BUND die Frage, ob nicht sinnvoller Weise die Emissionen aus der Landwirtschaft auch in der Region Hannover unter die Lupe genommen werden müssen und entsprechende Reduktionspotentiale mit allen gesellschaftlich relevanten Akteuren identifiziert werden sollten. Dazu gehören auch die indirekten Emissionen wie sie durch Futtermittelimporte (z.B. Soja aus Südamerika) verursacht werden. Diese werden durch den Kauf von Fleisch aus Massentierhaltung mit verursacht (VerbraucherInnenverhalten) ebenso wie durch Großeinkäufer in Kantinen, wenn sie nicht auf regional, artgerecht und/oder biologische Produkte umstellen.

Hier sind Entscheidungen der Politik für den eigenen Bereich (Kantinen in der öffentlichen Hand oder durch öffentliche Hand verpachtet) dringend geboten.

Laut BUND Bundesverband sind 70% der Klimagase aus der Landwirtschaft durch die Massentierhaltung inkl. Futtermittelimporte verursacht!

Internationale Klimaverhandlung - was heisst das regional?

Auf den Internationalen Klimaverhandlungen sind Erfolge nur im schneckenförmigen Tempo erzielt worden. Das Jahr 2014 war das wärmste Jahr seit der Aufzeichnung von Klimadaten 1881, erstmals lag die Durchschnittstemperatur Deutschlands mit 10,3 °C im zweistelligen Bereich. Erst 2011 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Was kann jede/r von uns zum Klimaschutz persönlich und regional leisten?
Wie können wir mehr Akzeptanz bei Familien und in der Bevölkerung für den Klimaschutz erwirken, ohne belehrend zu wirken (zum Beispiel beim autofreien Tag)?
Welche Aktion eignet sich exemplarisch, um die Verantwortung der reichen Industrieländer gegenüber den ärmeren Ländern, in klimapolitische Praxis umzusetzen und zugleich Ressourcen (bspw. tropische Regenwälder) zu schützen?
Ist die Kohlendioxidspeicherung in Kavernen ein Beitrag zum Klimaschutz oder gefährdet dies den Ausbau regenerativer Energien und bedroht die Grundwasserressourcen?
Wie Bio ist Biosprit, wenn dafür große Agrarflächen benötigt werden und Flächen bspw. in Afrika „aufgekauft“ werden, statt sie für die regionale Lebensmittelproduktion zu nutzen?
Masttierställe für Geflügel rund um Hannover boomen. Ist auch die Kuh ein Klimakiller? Wie sollte die klimafreundliche Zukunft unserer Landwirtschaft aussehen?

Mein persönlicher CO2-Fußabdruck

Wer seinen ganz persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen will, kann dies hier auf der Seite von Hannover.de machen:

Aktuelle Themen der AG Klima

Das sind viele Fragen, die sich die Arbeitsgruppe Klima stellen wird und dazu eine eigene Positionen sucht. Praktisch bedeutet dies, dass sich einzelne aus der Gruppe auf ein Thema intensiver vorbereiten und kleine Vorträge zur Fortbildung der alle Teilnehmer/innen halten mit anschließender Diskussion.

Aktuelle Themen mit denen sich die Arbeitsgruppe beschäftigt, sind

  • Welche Anstösse kann der BUND regional geben, um internationalen Klimaschutz regional umzusetzen. Auch wenn die Yasuni ITT-Initiative Ekuadors zum Schutz vom Nationalpark Yasuni und einen gerechten Ausgleich für die Nicht-Förderung von Rohstoffen in Amazonien zunächst gescheitert ist, ist die Idee einer weltweit gerechten Klimakooperation, bei der die Hauptemittenten zur Kasse gebeten werden, um die wichtige Ressource Regenwald zu retten, ein beachtenswertes Modell für die Zukunft! Nicht zuletzt wurde diese Idee von den Indigenen und Nichtregierungsorganisationen in die Welt getragen.
  • Auswirkungen der Ernährungsweise mit viel Fleisch und billigem Palmöl auf andere Regionen dieser Welt, z. B. Land Grabbing, Abholzung der Regenwälder, soziale Auswirkungen.
  • Diskussion über die Klimaallianz 2020 - Klimaschutz in der Region Hannover und die Initiative „Mein Hannover 2030“, bei der es neben vielen Themen auch um Nachhaltigkeit und die Gestaltung von Mobilität geht.
  • Aktuelle Klimadiskussion - Welche Auswirkungen haben die internationalen Klimaverhandlungen international und regional? Verpasste Chance oder Neuanfang? Wie bewerten wir den Handel mit Klimazertifikaten? Welche Auswirkungen hat die drohende Stilllegung effizienter Gaskraftwerke bei gleichzeitigem Weiterbetrieb alter Steinkohlemeiler?
  • Brauchen wir neue Stromnetze für die Energiewende? Und wenn welche? Bedeutung neuerer Erkenntnisse aus der Speichertechnologie? Zur Frage Speichertechnologie suchen wir noch Referenten! Wir verweisen hier auf unsere Veranstaltungen im Veranstaltungskalender zu Suelink (in 2015).
  • Wieviel taugt das Modell "Individualverkehr" noch für junge Menschen? Sind fette Autos noch als Statussymbol gefragt? Ist Carsharing ein rasant wachsendes Zukunftsmodell? Wie gehen die Städte mit dem wachsenden Stellplatz für Carsharing um?
  • Hat eine klimafreundliche Landwirtschaft Zukunft?: Regionale Möglichkeiten zur Umsetzung einer klimafreundlichen Landwirtschaft - ohne Futtermittelexporte aus Übersee. Schaffung eines regionalen Lebensmittelzentrums (Dienstleistungszentrums) zur Erhöhung der regionalen Lebensmittelproduktion und Verteiler.
  • Welche Auswirkung hat der fatale Beschluss, ab 2011 10 Prozent Agrosprit Treibstoffen zuzusetzen? Wie bewerten wir die Ökobilanz dieser Maßnahme? Welche Auswirkungen hat dies international auf die Produktion von Lebensmitteln, wenn Flächen vorrangig für Agrosprit der reichen Länder genutzt werden?
  • Brauchen wir neue Stromnetze für die Energiewende? Und wenn welche? Bedeutung neuerer Erkenntnisse aus der Speichertechnologie? Zur Frage Speichertechnologie suchen wir noch Referenten! Wir verweisen hier auf unsere Veranstaltungen im Veranstaltungskalender zu Suelink (in 2015).

Aktuelles Thema: Kohlenstoffsenke - Was ist das?

  • Ist die CCS-Technologie zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz? Lässt sie sich umweltpolitisch durchsetzen? Bleiben dabei die regenerativen Energien auf der Strecke?
  • Welche Alternativen gibt es zur CCS Technologie?
    Kohlenstoffsenke Hochmoore: Obwohl es mittlerweile allgemein von Wissenschaft und Politik akzeptiert ist, dass Moore eine der wenigen Kohlenstoffsenken sind, geht die Renaturierung von Hochmooren nur langsam voran und die Entwässerung von Grünland auf Hochmoorstandorten ist immer noch Usus.
    Kohlenstoffsenke Grünland: Jahreszeitlich beweidetes Grünland bei uns (aber auch in den Graslandgesellschaften beispielsweise Argentiniens) baut durch das angeregte Wachstum nach der Beweidung viel Biomasse überirdisch, aber auch unterirdisch (Wurzeln) auf und lässt die Humusschicht wachsen. Damit ist Grünland eine wichtige, völlig verkannte Kohlenstoffsenke, die bei Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen berücksichtigt werden muss. Siehe dazu das Buch von Anita Idel: Die Kuh ist kein Klimakiller.
    Kohlenstoffsenke durch Pflanzenkohle / Terra Preta-Technik: Eine bislang kaum bekannte Chance besteht darin, Pflanzenkohle dauerhaft (also über eine Zeitraum von Jahrzehnten, Jahrhunderten) nach dem Vorbild der "Nordic Dark Earth" oder "Terra Preta Böden in Amazonien" zu versenken. Einher geht damit eine Erhöhung des Bodenlebens, eine Stabilisierung und ein erhöhter Humusaufbau sowie der völlige Verzicht auf Agrochemie, wenn tierischer Wirtschaftsdünger (Mist etc.) mit bei der Herstellung von Pflanzenkohle-Kompost verwendet wird.

Öffentlichkeitsarbeit der AG Klima

Außerdem beteiligen wir uns mit Öffentlichkeitsarbeit an verschiedenen Veranstaltungen jedes Jahr; beispielsweise

  • Teilnahme an Diskussionsnetzwerken und Arbeitsgruppen zu klimarelevanten Fragestellen in der Stadt Hannover und der Region Hannover wie "Masterplan 100% Klimaschutz bis 2050" oder "Radverkehr" oder "Wirtschaftskreisläufe"
  • Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen mit einem Informationsstand und Aktionsspiel wie beispielsweise beim autofreien Tag, dem Umweltforum im Schulbiologiezentrum oder anderen großen Events.
  • Klimaspiel: Wie viel CO2 verbraucht im Durchschnitt ein Mensch in unterschiedlichen Ländern unserer Erde im statistischen Mittel pro Kopf pro EW pro Jahr? Das Spiel (große Plane mit 20 Holztürmen und Beschreibung) kann beim BUND ausgeliehen werden.

Mehr zum Thema Klimaschutz auf unserer Website

Moorschutz ist Klimaschutz

Klimaschutz und Waldschutz

Terra Preta



Hier ist der aktuelle Veranstaltungskalender 2017. Termine, die hier nicht aufgeführt sind, finden Sie unter "Aktuelle Termine", die kontinuierlich aktualisiert werden. Hier unsere Pflanzenbörsen 2017.

Rundbrief 2017

Hier können Sie sich unseren aktuellen Rundbrief downloaden.

 

Impressum:
Herausgeber
BUND Region Hannover
Redaktion
Sabine Littkemann und
Georg Wilhelm
Layout
Jana Lübbert

Fragen zu Fledermäusen?

BUND FLEDERMAUS ZENTRUM Hannover

Hier geht es zur

www.meine-umweltkarte-niedersachsen.de
mit vielen Links zu Umweltprojekten in Niedersachsen

Unsere BÜROZEITEN

Wenn Sie unsere MitarbeiterInnen vom BUND Region Hannover persönlich erreichen wollen: montags von 13 bis 17 Uhr und freitags von 10 bis 14 Uhr ist unser Büro garantiert besetzt. Ansonsten versuchen Sie es unter der Woche; wir sind oft auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar. Telefon Geschäfts-stelle 05 11 / 66 00 93

Mauersegler und Co

Mehr zum Schutz Gebäude bewohnender Arten und zum  Mauerseglerschutz

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